Draskovic: Unabhängiges Kosovo "unmöglich"

23. April 2004, 01:26
3 Postings

Serbisch-montenegrinischer Außenminister verspricht Normalisierung der Beziehungen mit Bosnien-Herzegowina

Sarajewo - Der neue serbisch-montenegrinische Außenminister Vuk Draskovic hat am Mittwoch eine Unabhängigkeit des Kosovo eindeutig ausgeschlossen. Am Ende eines Gipfels der Staats- und Regierungschefs des Südosteuropäischen Kooperationsprozesses (SEEC) in der bosnischen Hauptstadt Sarajewo sagte Draskovic gegenüber der APA: "Ein unabhängiges Kosovo ist unmöglich." Zugleich wandte er sich gegen eine Kontrolle Serbiens über das seit 1999 von den Vereinten Nationen verwaltete Protektorat. Laut UNO-Sicherheitsratsresolution 1244 von Juni 1999 gehört das Kosovo völkerrechtlich weiterhin zu Serbien-Montenegro.

Versöhnung

Draskovic war zum ersten Mal seit Beginn der Belagerung Sarajewos durch bosnisch-serbische Truppen und Einheiten der jugoslawischen Bundesarmee im Frühjahr 1992 zu Besuch in der bosnischen Hauptstadt. Im Gespräch mit der APA sprach er sich für eine Versöhnung Serbien-Montenegros mit Bosnien aus: "Ich werde alles für eine volle Normalisierung und Zusammenarbeit Serbien-Montenegros mit Bosnien-Herzegowina tun." Zugleich lehnte es Draskovic ab, dass Serbien beim Prozess der Versöhnung den ersten Schritt unternehme.

Auslieferung von Mladic eine "internationale Verpflichtung"

Auch für eine Festnahme des in Serbien-Montenegro vermuteten mutmaßlichen bosnisch-serbischen Kriegsverbrechers Ratko Mladic erklärte Draskovic sich nicht zuständig, versicherte jedoch, dass die Auslieferung des vom UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag Angeklagten eine "internationale Verpflichtung" sei, die seine Regierung befolgen werde. Eine EU-Mitgliedschaft bezeichnete er als gemeinsames Ziel aller ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken. "Mein Traum ist es, wieder mit meinem Auto von Belgrad nach Zagreb, Sarajewo oder Split fahren zu können, ohne Soldaten und Zollbeamte passieren zu müssen." (APA)

Share if you care.