UNICEF fordert wirksame Malaria-Medikamente für alle Menschen

27. April 2004, 16:36
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Effektivere Medikamente in Afrika nicht erhältlich oder für viele unbezahlbar

Wien - Anlässlich des Welt-Malaria-Tags am 25. April ruft die UNICEF, das Kinderhilfswerk der UNO, die Pharmaindustrie und Regierungen in den Industriestaaten auf, armen Ländern Zugang zu den neuen lebensrettenden Kombinationspräparaten (ACT) gegen Malaria zu ermöglichen. Gleichzeitig warnte sie vor dem weiteren Einsatz unwirksamer Malaria-Medikamente.

"Das bis heute am weitesten verbreitete Mittel Chloroquin ist in den meisten Ländern Afrikas wirkungslos geworden, da der Überträger der Krankheit, die Anopheles-Mücke, Resistenzen dagegen entwickelt hat", hieß es am Donnerstag in einer UNICEF-Aussendung. Doch die neuen, effektiven Medikamente auf der Basis des Wirkstoffs Artemisinin seien entweder nicht erhältlich oder für die arme Bevölkerung unbezahlbar. Die Folge: Jedes Jahr sterben weltweit allein eine Million Kinder unter fünf Jahren an Malaria, 90 Prozent davon auf dem afrikanischen Kontinent. Millionen überlebende Kinder leiden unter körperlichen und geistigen Folgeschäden.

Bisheriges Scheitern ...

UNICEF und die Weltgesundheitsorganisation WHO setzen sich für die rasche Einführung der neuen artemisininhaltigen Kombinationstherapie (ACT) in den Malariagebieten ein. "Bisher scheiterte dies vor allem an den hohen Kosten für die Medikamente und der daraus folgenden geringen Nachfrage in den Entwicklungsländern, an fehlenden Produktionskapazitäten und der kleinen Zahl ausgereifter Präparate", erläuterte die UNICEF. In Verhandlungen mit großen Herstellerfirmen drängt die Organisation auf die Ausweitung der Produktion von hochwertigen ACT-Medikamenten. Gleichzeitig ruft die UNICEF die Industrieländer auf, die Entwicklungsländer bei der Einführung und der Beschaffung der neuen Generation von Malaria-Medikamenten zu unterstützen.

Eine einmalige Behandlung mit dem Mittel Coartem, das bisher als einziges Medikament alle Wirkstoffe in einer Pille enthält und in die Liste der unverzichtbaren Medikamente der WHO aufgenommen wurde, kostet rund zwei Euro. Es ist damit zehn Mal so teuer wie das traditionelle, aber heute weitgehend unwirksame Chloroquin. (APA)

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