Immer mehr Kinder haben Haltungsschäden

26. April 2004, 12:23
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Initiative gegen Erkrankungen des Bewegungsapparats

Wien - Erkrankungen des Bewegungsapparats sind in Österreich mit etwa 456.000 Fällen im Jahr der häufigste Grund für den Krankenstand. Eine aktuelle Untersuchung der Medizinischen Universität Wien belegt nun, dass auch immer mehr Kinder betroffen sind. Befragt wurden 45.000 Personen in 30.000 Haushalten in ganz Österreich.

31 Prozent der befragten Wiener Volksschulkinder hätten demnach Haltungsschäden. 24 Prozent litten an orthopädischen Anomalien in Beinen und Füßen - wobei diese Diagnose alles, inklusive Plattfüße, erfasst. Das Problem: "Wenn nichts dagegen, also selbst nichts gegen so etwas 'normales' wie Plattfüße unternommen wird, können später chronische Rücken-und Kreuzschmerzen daraus werden", betonte Dienstag Anita Rieder vom Institut für Sozialmedizin der Medizin-Uni den Grund der Aufklärungsinitiative "Jahrzehnt der Knochen und Gelenke".

Fast die Hälfte aller Sechs- bis Siebenjährigen würden daher von den Orthopäden ins Haltungsturnen geschickt. Wer nicht hingeht, bezahle mit seiner Gesundheit: 20 Prozent der 15- bis 44-Jährigen litten an - zum Teil chronischen - Rücken- und Kreuzschmerzen. Bei den über 45-Jährigen steige diese Zahl auf 35 bis 40 Prozent. Frauen in Städten mit Lehr- und Pflichtschulabschluss seien von Beschwerden des Bewegungsapparats am stärksten betroffen. (east, DER STANDARD, Print, 21.4.2004)

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