MCI (Worldcom) verlässt Gläubigerschutz

28. April 2004, 10:43
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Schuldenbegleichung in Wertpapieren und Bargeld bereits begonnen

Der Telekommunikationskonzern MCI (früher WorldCom) hat den US-Gläubigerschutz, das so genannte Chapter-11-Verfahren, offiziell verlassen. Das teilte das Unternehmen heute, Dienstag, in einer Aussendung mit. Der am 31. Oktober 2003 genehmigte Restrukturierungsplan sei in Kraft getreten. Die Auszahlung der Gläubiger in Wertpapieren und Bargeld habe bereits begonnen. Der Konzern firmiert nach Beendigung des Verfahrens nun offiziell unter dem Namen MCI.

Anherkennung

"Der Turnaround von MCI ist eine Anerkennung an den menschlichen Geist und dem Willen unser 50.000 Mitarbeiter gewidmet", sagte MCI-CEO Michael D. Capellas pathetisch. Man kehre mit einem neuen Management, einer einwandfreien finanziellen Ausgangsbasis, einer starken Kundenbasis sowie führender Servicequalität auf den Markt zurück, so Capellas weiter. "Das Verlassen des Gläubigerschutzes ist nicht die Ziellinie sondern der Beginn eines neuen Rennens", versicherte Capellas.

Konkurs im Juli 2002

WorldCom hatte im Juli 2002 Konkurs angemeldet und Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. WorldCom war wegen Bilanzfälschungen in die Kritik geraten. Der Konkurs wurde als die größte Pleite der US-amerikanischen Geschichte gehandelt. Mitte März dieses Jahres hatte der nun als MCI firmierende Telekomkonzern seine Bilanzen der Jahre 2000 bis 2002 korrigiert und die Gewinn um insgesamt 74,4 Mrd. Euro reduziert.

Neues

In den kommenden Wochen und Monaten will MCI nach eigenen Angaben eine Reihe neuer Produkte und Dienstleistungen präsentieren sowie neue strategische Partnerschaften ankündigen. Im immer härter werdenden, sich wandelnden Telekommunikationsmarkt sieht MCI sich gut gerüstet. "MCI verfügt mit seinem weltweiten Netzwerk, das mehr als 150 Länder auf allen Kontinenten umspannt, über eine einzigartige Ausgangsposition", so Capellas optimistisch. (pte)

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