Höhenflug beim Ölpreis

20. April 2004, 18:26
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Deutlicher Preissprung seit Anfang April - Benzinpreise bleiben auf hohem Niveau

Hamburg/Wien - Der Ölpreis ist wieder auf Rekordkurs. Ein Barrel Öl (159 Liter) der OPEC-Länder kostete in der vergangenen Woche im Schnitt 32,60 Dollar und lag damit deutlich über dem Durchschnittspreis von 30,80 Dollar in der ersten Aprilwoche, wie die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC) am Montag in Wien mitteilte.

Ein Ende der Teuerung ist offenbar nicht in Sicht. Am Freitag lag der Ölpreis bei 32,85 Dollar. Grund für den Preisanstieg sei insbesondere die schwierige Situation auf dem US-Markt und die weltweit starke Nachfrage. Einfluss hätten auch das Wirtschaftswachstum und die geopolitischen Spannungen, hieß es.

Höchster Stand seit vier Jahren

Das gegenwärtige Preisniveau beim Rohöl sei nach 37 Dollar im Herbst 2000 und 35 Dollar zu Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 das höchste seit über vier Jahren, erklärte der Energie Informationsdienst (EID).

Die hohen Rohölpreise seien das Ergebnis einer weltweit unerwartet starken Nachfrage und der Furcht vor einer Verknappung, hieß es. So eilten die Benzinpreise in den USA von einem historischen Rekord zum nächsten und seien bereits die dritte Woche in Folge gestiegen.

Weitere Verschärfung sei "nicht unwahrscheinlich"

Die angespannte Versorgungslage in den USA dürfte auch die europäischen Benzinmärkte noch einige Zeit in Atem halten, und eine weitere Verschärfung sei "nicht unwahrscheinlich", prognostizierte der EID.

Die Benzinpreise in Deutschland verharrten am Montag weiter auf hohem Niveau. Benzin kostete im Durchschnitt 1,10 Euro, Super 1,12 Euro, Super Plus 1,16 Euro und Diesel 0,90 Euro.

Unterdessen herrscht beim Shell-Konzern weiter Unruhe um die Ölreserven. Der drittgrößte Ölkonzern musste am Montag den Umfang seiner geschätzten Reserven erneut nach unten korrigieren. Insgesamt liegt der Bestand nun um rund 20 Prozent niedriger als noch zu Jahresanfang veranschlagt. (APA/AP)

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