Heimische Mobilfunker warten auf praxistaugliche UMTS-Handys

27. April 2004, 10:17
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T-Mobile Austria startet "mit einigen 100 UMTS-Datenkarten" - One und tele.ring warten weiter zu

Auf der weltgrößten Computermesse CeBIT in Hannover im März 2004 hatte T-Mobile, Mobilfunktochter der Deutschen Telekom, für Mai den Start der nächsten Mobilfunkgeneration UMTS angekündigt. Wie T-Mobile Österreich-Sprecherin Manuela Bruck am Montag auf APA-Anfrage mitteilt, wird der Auftritt in Österreich mit "einigen hundert Datenkarten" erfolgen. Konkreten Starttermin wollte sie noch keinen nennen, das erste UMTS-Handy soll demnach das Nokia 7600 sein. Bis Jahresende will man "einige Tausend" UMTS-Kunden haben, derzeit decke das UMTS-Netz knapp 40 Prozent der Bevölkerung ab.

Geschäftskunden, die die UMTS-Datenkarte in ihrem Notebook nutzen sollen

T-Mobile setzt zum Start auf Geschäftskunden, die die UMTS-Datenkarte in ihrem Notebook nutzen sollen. Der UMTS-Anbieter "3" (Hutchison) hingegen betreut derzeit größtenteils Privatkunden. Der Hongkonger Anbieter hat erst vor wenigen Tagen sein Tarifmodell umgestellt. UMTS-Dienste jenseits der Sprach- und Videotelefonie werden nur noch in den ersten drei Monaten im Paket angeboten, danach werden sie einzeln abgerechnet. Hutchison hatte die Kundenzahl in Österreich zuletzt Mitte März mit 25.000 beziffert und ist damit Marktführer.

Mobilkom mit Netzabdeckung von 50 Prozent der Bevölkerung

GSM-Platzhirsch Mobilkom Austria hat nach Eigenangaben seit geraumer Zeit 1.500 Kunden und eine mittlerweile Netzabdeckung von 50 Prozent der Bevölkerung. Noch vor Jahresmitte sollen neue UMTS-Handys ins Angebot aufgenommen werden, wodurch "Bewegung in die Community kommen soll", so Mobilkom-Sprecherin Elisabeth Mattes zur APA. Der dritt- und viertgrößte österreichische Handynetzbetreiber, One und tele.ring, betonen unisono, dass sich durch den Start von T-Mobile nichts an ihren Plänen geändert habe.

Warten

"Wir warten, bis es drei bis vier praxistaugliche UMTS-Handys gibt. Wir testen zur Zeit alle Marken, aber wir laufen dem Mitbewerber nicht hinterher. Unser Netzausbau geht planmäßig weiter", so One-Sprecherin Cindy Naegeli du-Pont auf APA-Anfrage. Und tele.ring-Sprachrohr Walter Sattlberger ergänzte: "Solange der Dienst kein Massenmarkt mit praxistauglichen und untereinander abgestimmten Services ist, ist ein großflächiger Start für uns nicht interessant." Beide betonten, dass ihr Netz aber bereits on Air ist, wie vom Telekom-Regulator seit Jahresbeginn 2004 vorgeschrieben.

Kein Thema

Für den Mobilfunk-Wiederverkäufer Tele2 ist UMTS derzeit kein Thema. Der Fokus liege bei den Prepaid-Wenig-Telefonierern, bei denen die dritte Mobilfunktechnologie nicht so stark nachgefragt werde, so Tele2-Chef Norbert Wieser Ende März im Gespräch.

Schnell

UMTS ("Universal Mobile Telecommunications System") bietet eine bei weitem höhere Datenübertragungsrate als die derzeitige GSM-Technik. Im November 2000 wurden in Österreich sechs UMTS-Lizenzen für insgesamt 828 Mio. Euro versteigert. Von den Lizenznehmern - Mobilkom Austria, T-Mobile (damals noch max.mobil), One, tele.ring, Hutchison und Telefonica - hat sich letzterer bereits aus dem heimischen Markt zurückgezogen. Die UMTS-Frequenzen der spanischen Telefonica gingen an Mobilkom und T-Mobile. (APA)

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