Südkorea: Ex-Ministerpräsident Kim Jong Pil zieht sich zurück

20. April 2004, 19:05
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Nach Wahlschlappe

Seoul - Der frühere südkoreanische Ministerpräsident und Begründer des einst berüchtigten Geheimdienstes KCIA Kim Jong Pil hat seinen Rückzug aus der Politik angekündigt. Damit zog er die Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden seiner Partei bei der Parlamentswahl vergangene Woche. Der 78-Jährige sagte am Montag in Seoul, er werde den Vorsitz der von ihm gegründeten konservativen Vereinigten Liberaldemokraten (ULD) abgeben. "Ich muss bedingungslos die Wahl der Bürger akzeptieren," sagte Kim. Seine Partei wird künftig nur noch vier von zuvor 17 Sitzen im Parlament haben.

In koreanischen Medien wurde Kims Schritt als "Ende der Ära der drei Kims" bezeichnet. Damit sind neben Kim Jong Pil der ehemalige Präsident Kim Young Sam (1993-98) und Kim Dae Jung (1998-2003) gemeint. Kim Jong Pil war zeitweise die Nummer Zwei hinter dem Ex-Diktator Park Chung Hee. Er galt neben dem 1979 ermordeten Park als Hauptfigur des Staatsstreichs vom Mai 1961. Kim, der zugleich mit Park verschwägert war, wurde kurz danach Leiter des von ihm aufgebauten KCIA. Unter Park und noch einmal unter Kim Dae Jung war er auch Ministerpräsident. (APA/dpa)

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