Messerattacke in der Hauptschule: Niemand bemerkte Krankheit des Schülers

19. April 2004, 13:12
17 Postings

Bereits seit vier Jahren soll der 13-Jägrige Täter nur noch bei Licht schlafen können, da er sich von einem Unbekannten vefolgt fühlte

Graz - Der psychisch kranke 13-Jährige, der am Donnerstag in der Hauptschule von Wies (Bez. Deutschlandsberg) eine gleichaltrige Klassenkollegin niedergestochen hat, wird nicht mehr an diese Schule zurückkehren. Das schloss die Direktorin Roswitha Seehofer am Freitag aus. Sie hoffe aber, dass es Täter und Opfer bald wieder gut gehe.

Verfolgungswahn und Angstzustände

Der Bursche wird in der Grazer Landesnervenklinik stationär betreut, er leidet unter Verfolgungswahn und Angstzuständen. Bereits seit vier Jahren soll er nur noch bei Licht einschlafen können, da er sich von einem Unbekannten mit einem Messer verfolgt fühlt, erzählte ein Kriminalist von der Einvernahme. Ob er die Erkrankung vor seiner Familie verheimlicht oder seine Umgebung die Symptome ignoriert hat, ist noch unklar.

Unterricht geht normal weiter

In der Hauptschule ging der Unterricht am Freitag normal weiter, Schulpsychologen halfen den Schülern und Lehrern bei der Aufarbeitung der Geschehnisse. Beim Landesschulrat wird im aktuellen Zusammenhang auch daran erinnert, dass bereits vor einiger Zeit ein Leitfaden für Pädagogen für den Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern aufgelegt wurde. Die Tipps sollen helfen, Problemsituationen richtig einzuschätzen und zielführende Vorgangsweisen für die unterschiedlichen Situationen zu erkennen. (APA, moe, DER STANDARD Printausgabe 17.4.2004)

Share if you care.