Springer will "Daily Telegraph" allein kaufen

18. April 2004, 20:16
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Das Springer-Angebot soll bei rund einer Milliarde Euro liegen

Der Medienkonzern Axel Springer strebt dem "Handelsblatt" (Freitagausgabe) zufolge beim Gebot für die englische Tageszeitung "Daily Telegraph" kein Konsortium mit dem US-Medienunternehmer Haim Saban an. Ein solcher Schulterschluss sei "eher unwahrscheinlich", berichtet die Zeitung unter Berufung auf "firmennahe Kreise".

Danach war der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner am Donnerstag mit Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrates in London, um dem Telegraph-Management die Pläne für eine Übernahme vorzustellen.

Interesse nur am "Daily Telegraph"

Das Angebot von Springer liege bisher zwischen 600 und 700 Mio. Pfund (rund 1 Mrd. Euro), berichtet das "Handelsblatt". Einem Insider zufolge sei das Gebot durch die Springer-Großaktionäre und US-Finanzinvestoren Hellman & Friedman finanziell abgesichert.

Springer hat dem Bericht zufolge nur am Telegraph-Titel Interesse und nicht an weiteren Zeitungen der zum Verkauf stehenden Hollinger-Gruppe. Der Berliner Konzern, der auf dem britischen Zeitungsmarkt noch nicht vertreten ist, sehe die Übernahme als wichtigen strategischen Schritt. "Wenn Springer sich auf europäischer Ebene ein Qualitätssegment bei den Tageszeitungen aufbaut, wird das auch bei der Aktionärsbasis als sinnvoll gesehen werden", wird ein Springer- Berater zitiert. (APA/dpa)

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