FPÖ lobt Ferrero, Grüne: Fischer als Punktesieger

16. April 2004, 22:04
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Haider hält VP-Kandidatin für "verlässliche Patriotin" - Beide Parteien wollen keine Wahlempfehlung abgeben

Wien - Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (F) hat ÖVP-Präsidentschaftskandidatin Benita Ferrero-Waldner im TV-Duell Donnerstag Abend "gut gefallen". Für Grünen-Chef Alexander Van der Bellen wiederum lag SPÖ-Kandidat Heinz Fischer nach Punkten vorne. Das sagten die beiden Politiker nach der TV-Konfrontation der "Kronen Zeitung".

Für Haider ist die Außenministerin zudem "die ehrlichere und lockerere Kandidatin" gewesen. Sie habe sich "nicht nur als modernere Kandidatin, sondern als verlässliche Patriotin" dargestellt. Glaubwürdig sei sie speziell in Fragen der Neutralität und Solidarität gewesen. Zum Thema EU-Sanktionen habe Ferrero "klar gemacht, dass man nicht erst dann zu Österreich steht, wenn sich der Wind gedreht hat". Haiders Urteil über Fischer: "Oberlehrerhaft, weinerlich und auch beleidigt, dass seine Bedeutung nicht zur Kenntnis genommen wird". Über markierte Stimmzettel von FPÖ-Abgeordneten habe Fischer "eindeutig die Unwahrheit" gesagt.

Wahlempfehlung wollte Haider zwar keine abgeben, aber auch nicht ausschließen. Van der Bellen hielt dagegen fest: "Nein, eine Wahlempfehlung im Namen der Grünen werde ich auch nach diesem TV-Duell zwischen Ferrero-Waldner und Heinz Fischer nicht abgeben." Er müsse allerdings sagen, "dass Heinz Fischer nach Punkten doch leicht vorne gelegen ist. Aber Hochachtung für die Außenministerin, sie hat sich wirklich wacker geschlagen und versucht, das Beste daraus zu machen".

Haupt lobt "überzeugende Leistung" von Ferrero-Waldner

FPÖ-Chef Sozialminister Herbert Haupt hat am Freitag die "überzeugende Leistung" von Benita Ferrero-Waldner in der gestrigen Fernseh-Diskussion gelobt. Er sieht aber für Heinz Fischer noch am 20. April die Möglichkeit, sein Bild vor den FP-Wählern zu korrigieren. Für Frau Haupt ist die Sache jedenfalls klar: "Meine Ehefrau Renate war so überzeugt, dass sie heute dem unabhängigen Unterstützungskomitee von Dr. Ferrero-Waldner beigetreten ist", sagte Haupt.

Ferrero-Waldner habe "durch ihre eloquente und zielsichere Art in vielen Bereichen thematisch punkten können und auch vermittelt, dass sie sich aktiv für die Interessen der Menschen einsetzt. Es ist eine starke Ansage, die Hofburg für Menschen - für Behinderte und Jugendliche - öffnen zu wollen. Für jene unentschlossene Österreicherinnen und Österreicher, die kein oberlehrerhaftes Staatsoberhaupt wollen, hat sie gestern eine überzeugende Leistung hingelegt", meint der FPÖ-Obmann.

Fischer hat sich nach Haupts Meinung "erwartungsgemäß auf seine Rolle als oberster Staatsnotar zurückgezogen. Fischers Vergleich zu Kirchschläger war insoferne falsch, da Bundespräsident Kirchschläger - den ich über alles schätzte - ein anderes, ein aktiveres, verständnisvolleres und zugleich souveräneres - Amtsverständnis hatte. Heinz Fischer hat ja aber noch die Gelegenheit sein Bild am 20. April vor der freiheitlichen Wählerschaft zu korrigieren", meint Haupt. (APA)

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