Gen-Ursache für Krebs auf der Spur

20. April 2004, 15:49
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Australische Forscher fanden heraus, dass genetische Funktionsänderung auf erhöhtes Risiko hindeutet

Sydney - In einer soeben veröffentlichten Studie haben Wissenschaftler der University of New South Wales in Sydney gezeigt, dass eine Funktionsstörung ansonsten normaler Gene eine mögliche Ursache für Krebs ist. Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass für Menschen das Risiko steigt, im Lauf ihres Lebens Krebs zu entwickeln, wenn sie ein bestimmtes Gen besitzen, das, obwohl ansonsten normal, abgeschaltet oder stillgelegt ist. Diese funktionelle Veränderung scheint der Grund für die Entwicklung verschiedener Krebsarten zu sein, berichtet der Australisch-Neuseeländische Hochschulverbund/Institut Ranke-Heinemann.

Funktionsweise des Gens

An der Studie arbeiteten Wissenschaftler der University of New South Wales mit Forschern des St. Vincents Hospital und des Victor Chang Cardiac Research Institute zusammen. Der Schwerpunkt der Untersuchungen ist bei der Funktionsweise des Gens gelegen, berichtet Robert Graham, Direktor des Victor Chang Cardiac Research Institute. "Bisher wurden bei Genen eher Strukturen untersucht. Das ist sowohl ein Durchbruch in der Krebsforschung als auch der Beginn einer neuen Denkweise über Gene", erklärt der Forscher. Die Forscher untersuchten knapp hundert Patienten, die an zahlreichen verschiedenen Krebserkrankungen litten, sowie jene, in deren Familien zuvor schon Darmkrebsfälle aufgetreten waren.

Modifikation

In weiteren Schritten wird das Forscherteam nun die chemische Modifikation der DNA genauer untersuchen, die zu der Funktionsänderung des Gens führt. "Dies könnte uns dabei helfen, jene Personen zu identifizieren, die einem erhöhten Krebsrisiko ausgesetzt sind", so Robyn Ward, Medizinerin an der University of New South Wales und Spezialistin für Onkologie am St. Vincents Hospital. "Wenn sich die betroffenen Personen einer regelmäßigen Untersuchung durch eine Darmspiegelung unterziehen, kann der Darmkrebs früh erkannt werden. Bei der Entfernung von Polypen und Krebsgeschwüren in einem frühen Stadium hätten die Betroffenen eine normale Lebenserwartung." (pte)

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