Forschungsquote heuer deutlich höher

21. April 2004, 15:43
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2,27 Prozent des BIP - Angaben der vergangenen Jahre auf Grund neuer Erhebung deutlich nach oben revidiert

Wien - Die österreichische Forschungsquote, also die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), wird im laufenden Jahr mit 2,27 Prozent deutlich höher als in den vergangenen Jahren liegen. Das gab die Statistik Austria in ihrer am Donnerstag veröffentlichten Prognose der F&E-Aufwendungen im Jahr 2004 bekannt. Auf Grund neuester Daten einer Erhebung der Statistiker über F&E in Österreich wurden auch die Forschungsquoten der vergangenen Jahre deutlich angehoben, und zwar auf jeweils 2,19 Prozent in den Jahren 2002 und 2003 (bisherige Angaben: 1,95 und 1,96 Prozent) und 2,07 Prozent im Jahr 2001 (bisher: 1,91 Prozent).

5,274 Milliarden Euro

Der Prognose zufolge werden heuer 5,274 Mrd. Euro für F&E aufgewendet, das sind um 7,6 Prozent mehr als 2003. Davon kommen 1,94 Mrd. Euro bzw. 36,7 Prozent von der öffentlichen Hand (Bund: 1,58 Mrd. Euro, Bundesländer: 302 Mio. Euro, sonstige öffentliche Einrichtungen wie Gemeinden, Kammern, Sozialversicherungsträger, etc. 56 Mio. Euro). Die Wirtschaft trägt mit 2,19 Mrd. Euro 41,5 Prozent der Gesamtausgaben, 21,5 Prozent (1,13 Mrd. Euro) kommen aus dem Ausland und 0,3 Prozent (15 Mio. Euro) werden vom privaten gemeinnützigen Sektor finanziert.

Ausgaben überproportional gestiegen

Die gegenüber den Schätzungen in den Vorjahren deutlich höheren Gesamtausgaben der Jahre 1999 bis 2002 sind nach Angaben von Statistik Austria das Ergebnis der Hochrechnung von ersten Teilergebnissen der Ende 2003 gestarteten und derzeit noch im Gang befindlichen F&E-Erhebung der Statistiker über das Jahr 2002 in allen volkswirtschaftlichen Sektoren. Diese zeige, heißt es in einer Aussendung von Statistik Austria, dass vor allem im Unternehmenssektor die F&E-Ausgaben seit 1998 - im Widerspruch zur wirtschaftlichen Entwicklung - überproportional angestiegen seien.

EU-Schnitt übertroffen

Mit den nun nach oben revidierten Forschungsquoten der vergangenen Jahre wurden nach Angaben der amtlichen Statistiker die politische Zielsetzung von einer Forschungsquote von 2,0 Prozent im Jahr 2003 als Zwischenziel auf dem Weg zum Regierungsziel von 2,5 Prozent im Jahr 2006 erfüllt und gleichzeitig auch der EU-Durchschnitt deutlich übertroffen. Mit den neuen Daten für 2001 liegt Österreich mit einer Quote von 2,07 Prozent auch über dem EU-Durchschnitt (1,93 Prozent), allerdings noch unter dem OECD-Schnitt von 2,29 Prozent. Auf Grund der derzeit vorliegenden Informationen können die Statistiker aber noch nicht abschätzen, ob Österreich im Jahr 2006 das von der Regierung festgelegte Ziel einer Quote von 2,5 Prozent bzw. das europäische (Barcelona-)Ziel von 3,0 Prozent im Jahr 2010 erreichen wird.

Ausgaben seit 1993 mehr als verdoppelt

Die F&E-Gesamtausgaben sind seit 1993 um 129 Prozent gestiegen. Das bedeutet, dass in den letzten zwölf Jahren die Forschungsaufwendungen mehr als doppelt so rasch wie das BIP gewachsen sind, das im selben Zeitraum um 61,9 Prozent gestiegen ist. Durchschnittlich ist das BIP seit 1998 jährlich um 3,3 Prozent gewachsen, die F&E-Ausgaben des Bundes um 6,2 Prozent und jene der Wirtschaft um 7,5 Prozent. (APA)

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    Die Statistik Austria hat in ihrer laufenden Erhebung die heimische Quote für F&E-Ausgaben für die vergangenen Jahre als deutlich höher errechnet - Heuer sollen die Ausgaben bereits deutlich über dem EU-Schnitt liegen

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