Kärntner Süßigkeiten für Benita

16. April 2004, 15:13
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ÖVP-Kandidatin wirbt um Unterstützung durch die Freiheitlichen - Kein Wort zu Haiders Irak-Reisen

Klagenfurt - "Servus, lieber Herr Landeshauptmann." Behende entsteigt Benita Ferrero-Waldner dem Wahlkampfbus und eilt auf den vor der Kärntner Landesregierung wartenden Jörg Haider zu. Der überreicht ihr süße Spezialitäten aus Kärnten sowie ein Kärnten-Buch. Das kampfbewährte Lächeln der Präsidentschaftskandidatin wirkt diesmal noch strahlender. Wirbt sie doch an diesem Kärnten-Tag vor allem auch um die bundesweiten FPÖ-Stimmen. Stets an ihrer Seite: Jörg Haider, dessen Büro den umfangreichen Terminplan zusammengestellt hat.

Für ihren Kärnten-Auftritt hat Ferrero-Waldner ein dunkelgraues volkstümliches Kostüm samt blauem Fransentuch gewählt. Eine "Volkspräsidentin" wolle sie sein, betont Ferrero, wo immer sie auftritt. Ob vor etwa 400 Schülern und Schulsprechern in der Klagenfurter Cine-City oder bei Bedürftigen und Mindestrentnern in der Volksküche. Dort herrscht helle Aufregung. Weniger wegen des hohen Besuches als vielmehr wegen der Tatsache, dass das Essen diesmal gratis ist - spendiert von Ferrero-Waldner.

Haider lässt erstmals deutlich Sympathie für die Hofburg-Anwärterin erkennen: "Wir wollen ja in den nächsten sechs Jahren eine Bundespräsidentin mit sozialer Kompetenz haben", meint er und legt kurz galant den Arm um die Schultern der Kandidatin. Die Anwesenden klatschen zustimmend und werden nebst Wahlbroschüren und Schnellschussfotos noch mit einem "Kaffeekreuzerl" bedacht. Dann eilt der Tross weiter ins SOS-Kinderdorf Moosburg, wo Ferrero einen 10.000-Euro-Scheck überreicht.

Einer Frage, wie sie es denn nun mit Haiders Reisen in den Irak und nach Libyen halte, wich die Ferrero-Waldner beim FPÖ-Hearing aus, indem sie die Rückkehr Libyens in die internationale Staatengemeinschaft hervorhob und den Irak mit keinem Wort erwähnte.

Auch der Frage, ob sie nun mit einer Wahlempfehlung der Freiheitlichen rechne, weicht Ferrero in Kärnten geschickt aus: Sie wolle schließlich ja von allen gewählt werden. (APA/Elisabeth Steiner/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.4.2004)

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    Die VP-Kandidatin und der "liebe Herr Landeshauptmann"

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