Waagner-Biro füllt Eigenkapitalpolster auf

21. April 2004, 13:57
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Bis zu einem Börsengang werden alle Varianten geprüft, um die Eigenkapitalquote zu verdoppeln - 2003 brachte mehr Umsatz, aber weniger Gewinn

Wien - Die in der WB Holding AG zusammengefasste Maschinen- und Stahlbaugruppe Waagner-Biro will ihre Eigenkapitalbasis stärken und prüft diverse Finanzierungsvarianten. Angedacht werden die Hereinnahme eines Finanzinvestors oder eines strategischen Partners bis hin ein Börsengang und die Aufbringung von Mezzaninkapital. Die Eigenkapitalquote soll von derzeit knapp 15 auf 30 Prozent steigen. Die Entscheidung soll noch heuer fallen, sagte Vorstandschef Helmut Wurzinger am Dienstag vor Journalisten.

Im laufenden Geschäftsjahr sollen sowohl Umsatz als auch Gewinn gesteigert werden, obwohl der Auftragspolster zu Jahresende 2003 mit rund 103 Mio. Euro um fast ein Drittel unter dem Vorjahreswert lag. Wegen kürzer werdenden Durchlaufzeiten würden geringere Auftragsstände laut Wurzinger aber "zur Norm".

Fokus auf neue EU-Staaten

Waagner-Biro will sich künftig besonders auf die Erschließung neuer und die vertiefende Bearbeitung bestehender Wachstumsmärkte konzentrieren. Der Fokus liegt auf den neuen EU-Staaten in Osteuropas, auf Spanien, China und dem arabischen Raum.

2003 hat die WB Holding "trotz gesunkener Nachfrage und noch schlechteren Rahmenbedingungen auf den Absatzmärkten" (Wurzinger) den Umsatz von 240,3 auf 247,1 Mio. Euro zu steigern. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) verfehlte mit 11,5 Mio. Euro aber den Wert der Vorperiode um rund zwei Mio. Euro.

Stahl-Glas-Technik unter Erwartungen

Im Bereich Brückenbau sank der Umsatz um rund ein Fünftel auf rund 65 Mio. Euro, für heuer erwartet das Unternehmen in dieser Sparte vermehrte Nachfrage aus Asien. Unter den Erwartungen blieb 2003 der Bereich Stahl-Glas-Technik: Das EGT sank um 1,5 Mio. auf eine Million Euro. Wegen des geringeren Auftragseingangs 2003 ist laut Wurzinger heuer mit einem Umsatz- und Ertragsrückgang zu rechnen. "Sehr zufrieden" ist er dagegen mit der Sparte Bühnentechnik sowie der auf Aufbereitungs-und Umwelttechnik spezialisierten Tochtergesellschaft Binder & Co.

Um die Marke Waagner-Biro zu stärken soll die Dachgesellschaft "WB Holding AG" in "Waagner-Biro AG" umgetauft werden. Die Waagner-Biro-Gruppe beschäftigte Ende des Vorjahres an 24 Standorten auf drei Kontinenten 1420 Mitarbeiter, cirka die Hälfte davon in Österreich. (DER STANDARD Printausgabe, 14.4.2004, APA)

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