Wissen, wann die Welt untergeht

20. April 2004, 12:30
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Ein Programm, das die Folgen eines Asteroiden- oder Kometeneinschlags berechnet - den Dinos hätte es aber kaum genutzt

Frankfurt/Main - Irgendwann wird bestimmt wieder ein Asteroid oder Komet auf der Erde einschlagen, da sind sich die Forscher sicher. Und da könnte es hilfreich sein, wenn man wüsste, wo er einschlägt und wie die Folgen vermutlich sein werden. Genau dies will ein Programm berechnen, das Wissenschafter der Universität von Arizona im Internet bereitstellen.

Eingeben muss man auf der Web-Site den eigenen Standort, die Entfernung vom vermuteten Einschlagsort sowie die Größe des heranfliegenden Objekts und seine Zusammensetzung, also ob es aus Eisen, Gestein oder Eis besteht. Das Programm berechnet die frei werdende Energie, die Größe des Kraters, die seismischen Erschütterungen und die Folgen auf die Umwelt.

Hätte Dinos nicht geholfen

Ob den Dinosauriern ein solches Programm etwas genutzt hätte, als sie vor 65 Millionen Jahren ausgelöscht wurden? Damals schlug ein Asteroid von 15 Kilometern Größe auf der Erde ein und hinterließ den riesigen Chicxulub-Krater im heutigen Golf von Mexiko. Das Programm hätte den Dinos vor ihrem Ende immerhin noch mitgeteilt, dass sie auch in tausend Kilometer Entfernung noch ein Beben der Stärke 10,2 zu erwarten haben und dass dort bald eine 80 Zentimeter dicke Staubschicht alles bedecken wird; und dass der Staub mit einer Geschwindigkeit von 6.400 Kilometern in der Stunde heranrasen und sie dort acht Minuten und 15 Sekunden nach dem Einschlag erreichen wird. (APA)

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    Auch in Deutschland ist man den Asteroiden auf der Spur: Im Bild ein 1:2.900.000-Modell von "Kleopatra" vor einem Bild der Erde. Im Original ist der kosmische Koloss 217 Kilometer lang. Luft- und Raumfahrttechniker der TU Dresden beschäftigen sich seit einigen Jahren mit der Bedrohung aus dem All. Sie wollen den kosmischen Projektilen mit Sonnenlicht zu Leibe rücken. Ein Spiegel von rund 100 Meter Durchmesser, auf eine parallele Bahn zum Asteroiden gebracht, soll mit gebündeltem Sonnenlicht auf einer Fläche von etwa zehn Metern Durchmesser das Material zum Verdampfen bringen und den Asteroiden vom Kurs abbringen. Bisherige Abwehrkonzepte gegenüber heranrasenden Asteroiden basieren auf brachialer Gewalt mit nuklearen Sprengsätzen.

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