Irakischer Minister: "Ende der Besatzung ist unser Hauptziel"

13. April 2004, 19:27
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Fortschritte "trotz aller Probleme" - Bagdader Delegation beim Bundespräsidenten in Wien

Wien - "Wir wollen, dass die Besetzung beendet wird. Das ist unser Hauptziel." Dies erklärte der irakische Minister für Planung und Entwicklung, Mahdi al Hafidh, am Montag nach einem Meinungsaustausch mit Bundespräsident Thomas Klestil vor Journalisten in der Hofburg. Die derzeit brisante Situation im Irak, die gekennzeichnet ist von täglichen bewaffneten Angriffen auf die US-geführten Truppen und Entführung von Ausländern, ist nach Ansicht des Minister eine "vorübergehende". Hafidh hält sich mit weiteren irakischen Fachministern zu mehrtägigen Gesprächen in Wien auf, in deren Zentrum die österreichische Unterstützung für den irakischen Wiederaufbau steht.

Der irakische Planungsminister gab sich überzeugt, dass der Wiederaufbau des Landes gelingen werde. Der Irak befinde sich gegenwärtig in einer "sehr kritischen Lage", räumte er ein. "Trotz aller Probleme und trotz aller Schwierigkeiten, denen wir ausgesetzt sind", seien aber gute Fortschritte erzielt worden, versicherte der Minister.

Bundespräsident Thomas Klestil unterstrich das Interesse Österreichs, dass der Transfer der Souveränität wie geplant bis zum 30. Juni vollzogen werde. Österreich trete für eine starke Rolle der Vereinten Nationen im Irak ein und unterstütze voll die Wiederaufbau-Bemühungen der internationalen Gemeinschaft. Österreich sei, wie die Staatengemeinschaft, für die Erhaltung des Irak als Gesamtstaat. Klestil wies darauf hin, dass die irakische Delegation in den kommenden Tagen mit österreichischen Ministern zusammentreffen und mit Vertretern interessierter österreichischer Firmen Gespräche führen werde.

Planungsminister Hafidh und Transportminister Behnam Zeya Boulus lobten den aktiven Beitrag Österreichs bei der Madrider Wiederaufbaukonferenz vom vergangenen Oktober. Bis zu Jahr 2007 hat Österreich Zusagen in Höhe von 16,3 Mio. Euro gemacht. Der Großteil davon entfällt auf Exportgarantien der Kontrollbank (10,2 Mio.), wie aus Informationen der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hervorgeht. Auf Strukturmaßnahmen entfallen 4,2 Mio., auf den Bildungssektor 600.000 Euro. (APA)

  • Mahdi Al Hafidh, der irkaische Minister für Planung und Entwicklungszusammenarbeit, glaubt an die "offene Gesellschaft" des Irak: Die derzeit brisante Situation im Irak ist seiner Ansicht nach eine "vorübergehende".
    foto: standard/cremer

    Mahdi Al Hafidh, der irkaische Minister für Planung und Entwicklungszusammenarbeit, glaubt an die "offene Gesellschaft" des Irak: Die derzeit brisante Situation im Irak ist seiner Ansicht nach eine "vorübergehende".

  • Besuch der irakischen Wirtschaftsdelegation beim österreichischen Bundespräsidenten: Mahdi Al Hafidh (Minister für Planung und Entwicklungszusammenarbeit, links), Thomas Klestil (Mitte), Behnam Zeya Boulous, Transportminister.
    foto: standard/cremer

    Besuch der irakischen Wirtschaftsdelegation beim österreichischen Bundespräsidenten: Mahdi Al Hafidh (Minister für Planung und Entwicklungszusammenarbeit, links), Thomas Klestil (Mitte), Behnam Zeya Boulous, Transportminister.

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