Polizeiskandal in Moskau

13. April 2004, 21:01
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Zeuge einer Vergewaltigung durch Milizionäre niedergeschossen

Aufregung in um und Zeugen Mann hatte Vergewaltigung von jungen Frauen durch U-Bahn-Polizisten beobachtet und in der Zeitung darüber berichtet

Moskau - Ein Polizeiskandal um vergewaltigte junge Frauen und einen niedergeschossenen Zeugen sorgt in Moskau für Aufregung. Innenminister Raschid Nurgalijew kündigte am Montag an, er werde den Fall genauestens untersuchen lassen. Ein Student hatte am vergangenen Donnerstag in Moskau öffentlich von der Vergewaltigung junger Frauen durch U-Bahn-Polizisten berichtet. Zwei Tage später wurde der 19-jährige Student schwer verletzt mit einer Schusswunde im Kopf auf einem Moskauer Bahnhof aufgefunden.

In der regierungskritischen Tageszeitung "Nowaja Gaseta" hatte der Student unter Angabe seines Namens von den angeblichen Machenschaften der Polizei berichtet. Demnach sollen Milizionäre junge Frauen zur Kontrolle mit in die U-Bahn-Wache genommen, sie bedroht und vergewaltigt haben. Der Student berichtete, er habe mit eingeschüchterten Opfern gesprochen und auf eigene Faust recherchiert.

In Russland genießt die Polizei einen schlechten Ruf. Vor allem Ausländer aus ehemaligen Sowjetrepubliken klagen, von Milizionären geschlagen und ausgeraubt zu werden. Da in Moskau eine sehr strenge Meldepflicht gilt, müssen selbst russische Bürger aus anderen Regionen des Landes Polizeikontrollen in der Hauptstadt fürchten. (APA/dpa)

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Nowaja Gaseta

(russisch)

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