Sieben entführte Chinesen freigelassen

13. April 2004, 08:52
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Schicksal der anderen ausländischen Geiseln weiter unklar - Waffenruhe in Falluja verlängert - USA wollen "politische Lösung"

Peking - Die im Irak entführten sieben Chinesen sind am Montag wieder freigelassen worden. Zwei von ihnen seien durch einen Unfall verletzt worden, während die anderen gesund seien, berichtete der chinesische Diplomat Sun Bigan, Leiter des Teams zur Wiedereröffnung der chinesischen Botschaft in Bagdad, der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Sie seien in Sicherheit.

Zuvor habe ein chinesischer Geschäftsmann in Bagdad berichtet, die sieben Chinesen seien von der Vereinigung islamischer Geistlicher an einen "geheimen Ort" gebracht worden, berichtete Xinhua weiter.

Bei den sieben Chinesen im Alter von 18 bis 49 Jahren handelt es sich nach offiziellen chinesischen Angaben um "Bauern" aus dem Kreis Pingtan in der südchinesischen Küstenprovinz Fujian, die "für private Zwecke" ins Ausland gegangen seien.

Zuvor hatte ein Sprecher der chinesischen Botschaft in Amman gesagt, die sieben Zivilisten seien mit einem Taxi in den Irak gereist, ohne die Botschaft darüber zu informieren.

Die Wortwahl ließ darauf schließen, dass sie möglicherweise eigenen Geschäften nachgegangen oder auf eigene Faust für eine bestimmte Arbeit in den Irak gegangen sind. Die Provinzbehörden unterstrichen, dass offiziell keine Arbeitskräfte in den Irak entsandt worden seien, wie Xinhua zuvor berichtete.

Tschechische Republik

Auch zwei Tschechen im Irak entführt Prag/APA/dpa

Die tschechische Botschaft in Bagdad bestätigte die Entführung von zwei Tschechen in Irak. Zwei Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders Ceska Televize (CT) seien am Sonntag nördlich von Bagdad verschleppt worden, sagte die Botschaft der Nachrichtenagentur CTK.

Japan

Zur Entführung von zwei japanischen Aufbauhelfern, Noriaki Imai und Nahoko Takato, sowie des Fotojournalisten Soichiro Koriyama bekannten sich am Donnerstag die "Mujaheddin-Brigaden". Sie drohten damit, die Entführten bei lebendigem Leibe zu verbrennen, sollte Japan seine Truppen nicht aus dem Irak abziehen. Ein dreitägiges Ultimatum lief am Sonntag um 14.00 Uhr MESZ aus. Bei den Verhandlungen über eine Freilassung der Geiseln zeichnete sich kein Durchbruch ab.

Einem irakischen Vermittler zufolge haben die Geiselnehmer zugesagt, die drei Japaner nicht zu töten. Die gesundheitliche Verfassung der drei Geiseln sei gut, sagte Muschir el Duleimi, Chef einer bislang unbekannten irakischen Menschenrechtsorganisation am Montag einer Meldung der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo zufolge. Er habe mit den Geiselnehmern am Montag Kontakt gehabt und die Informationen erhalten. El Duleimi hatte eigenen Angaben zufolge bereits am Sonntag Kontakt mit den Geiselnehmern und von ihnen die Botschaft übermittelt, die Drohung, sie zu ermorden, gelte weiter und werde innerhalb von 24 Stunden in die Tat umgesetzt.

USA

Der katarische Sender Al Jazeera zeigte am Samstag Videoaufnahmen eines entführten US-Bürgers, dessen Name mit Thomas Hamill angegeben wurde. Die Geiselnehmer der Gruppe "Mujaheddin des Irak gegen die US-Streitkräfte" forderten den Abzug der US-Truppen aus Falluja. Laut einem Vermittler sagten die Entführer zu, ihre Geisel nicht zu töten. Nach seinen Angaben wurde die Geiselnahme eines weiteren vermissten US-Bürgers friedlich gelöst. Unklar blieb, ob dieser bereits freigelassen wurde.

Kanada

Fadi Ihsan Fadel, ein Kanadier syrischer Herkunft, wurde Donnerstagnacht von Milizionären in Kufa entführt. Die Verhandlungen zur Freilassung des 33-Jährigen laufen weiter.

Israel

Der iranische Fernsehsender El Alam zeigte am Donnerstag Bilder von Nabil George Jaakub Rassuk, einem arabischen Israeli. Eine Miliz namens "Ansar el Din" übernahm die Verantwortung für seine Entführung und forderte die Freilassung aller von der US-Armee festgehaltenen Iraker.

Bereits freigelassen wurden laut einem Bericht von Al Jazeera vom Sonntagabend mindestens acht weitere ausländische Geiseln. Bei den Freigekommenen handelte es sich demnach um Lastwagenfahrer aus Pakistan, der Türkei, Nepal, Indien und den Philippinen, die für die US-geführte Koalition arbeiteten.

Zuvor war am Sonntag ein britischer Zivilist sechs Tage nach seiner Entführung freigelassen worden. Der 37-jährige Gary Teeley befand sich nach Angaben des britischen Außenministeriums am Sonntag in der Obhut der Koalitionsstreitkräfte. Sieben am Donnerstag verschleppte südkoreanische Priester kamen bereits wenige Stunden nach ihrer Entführung wieder frei.

Waffenruhe in Falluja verlängert In der seit fast einer Woche von US-Truppen belagerten Stadt Falluja ist die vereinbarte Waffenruhe bisher weitgehend eingehalten worden. Bei einem Feuergefecht verletzte ein Heckenschütze zwei Marineinfanteristen, die US-Truppen erwiderten das Feuer und töteten einen Rebellen. Das blieb zunächst aber der einzige Zwischenfall. Dagegen kam es im Westen von Bagdad am Sonntag zu heftigen Gefechten. Ein US-Hubschrauber wurde abgeschossen, die beiden Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. (APA/Reuters/AP)

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BBC

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    Ein US-Soldat auf Munitionskisten sitzend.

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    Spiegelbild eines US-Soldaten

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