Mindestens 40 Tote bei Gefechten nördlich von Bagdad

12. April 2004, 09:50
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Angriff auf US-Truppen bei Bakuba

Bakuba - Bei Gefechten zwischen Aufständischen und US-Truppen bei Bakuba nördlich von Bagdad sind in der Nacht auf Samstag mindestens 40 Iraker getötet worden, wie ein Militärsprecher mitteilte. Sowohl in Teilen der irakischen Hauptstadt Bagdad als auch in der sunnitischen Widerstandshochburg Falluja dauerten unterdessen die Kämpfe an.

Zu den blutigen Zusammenstößen bei Bakuba sei es gekommen, nachdem Widerstandskämpfer Soldaten und irakische Sicherheitskräfte angegriffen hätten, berichtete Militärsprecher Issam Bornales. Mehrere amerikanische Soldaten seien verletzt worden.

Die US-geführte Koalition in Bagdad hatte am Samstag eine Waffenruhe für die umkämpfte Widerstandshochburg Falluja ausgerufen, die ab 12.00 Uhr Ortszeit (10.00 Uhr MESZ) gelten sollte. "Wenn die Waffenruhe hält, können Verhandlungen zur Einsetzung einer legitimen irakischen Verwaltung beginnen", sagte US-Brigadegeneral Mark Kimmitt. Die angekündigte Waffenruhe soll nach US-Angaben die Aufnahme von Verhandlungen zwischen dem Regierungsrat und den Aufständischen ermöglichen.

Zuvor hatte der von den USA eingesetzte irakische Regierungsrat einen Waffenstillstand in Falluja gefordert. Scharfe Kritik übte der Rat, der von vielen Irakern als Marionettenregierung der US-Besatzer angesehen wird, an der "kollektiven Bestrafung unschuldiger Zivilisten" durch die US-Marines.

Ungeachtet der von der US-Armee ausgerufenen Waffenruhe kam es in Falluja zu neuen Gefechten. Augenzeugen berichteten, in mehreren Bezirken der überwiegend von Sunniten bewohnten Stadt seien Schießereien zwischen Aufständischen und US-Marines im Gange. Der Chef des Krankenhauses in Falluja hatte am Freitag berichtet, bei den seit einer Woche andauernden Kämpfen seien mindestens 450 Personen getötet und rund 1.000 Personen verletzt worden. (APA/dpa)

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