Umfrage: US-Regierung hatte vor 9/11 keine El-Kaida-Strategie

12. April 2004, 19:17
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Glauben 60 Prozent der Befragten - Rice war vor Untersuchungskommission glaubwürdiger als Clarke

Washington - 60 Prozent der US-Bürger glauben, dass ihre Regierung vor den Anschlägen vom 11. September 2001 keine Strategie hatte um der Bedrohung durch die Terrororganisation El Kaida von Osama bin Laden entgegenzuwirken. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des US-Senders CNN und des Magazins "Time" hervor. Dazu wurden Donnerstag Abend nach der Aussage von Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice vor der Kommission zur Untersuchung der Terroranschläge telefonisch 1.000 Amerikaner befragt.

In der Befragung wurde auch die Glaubwürdigkeit von Rice und ihres ehemaligen Anti-Terror-Beraters Richard Clarke ermittelt. Demnach antworteten 43 Prozent, sie würden eher Rice glauben, 36 Prozent vertrauten Clarke und 21 Prozent waren sich nicht sicher. Dabei spielten erwartungsgemäß die Parteipräferenzen eine Rolle: 72 Prozent der deklarierten Republikaner hielten die Sicherheitsberaterin des Präsidenten für glaubwürdiger, 53 Prozent der Demokraten vertrauten lieber dem ehemaligen Anti-Terror-Berater Clarke.

40 Prozent der Befragten konnten der Aussage von Rice nicht zustimmen, wonach Beschränkungen für Sicherheitsbehörden eine Rolle beim Versagen der Verhinderung der Terroranschläge gespielt hätten. 33 Prozent sagten, sie hielten solche Beschränkungen für teilweise verantwortlich.

40 Prozent der Befragten erklärten, die Regierung von Präsident George W. Bush hätte auf Grund ihres damaligen Wissens mehr zur Verhinderung der Terroranschläge tun können. Gegenüber einer Ende März nach der Aussage von Clarke durchgeführten Umfrage sank der Wert der Kritiker jedoch jetzt nach der Rice-Aussage von 54 Prozent auf 40 Prozent. (APA)

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