Firmen-Bond soll KTM frisches Kapital bringen

20. April 2004, 10:37
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Unternehmens-Chef Pierer: Volumen im hohen zweistelligen Millionen-Bereich - Laufzeit etwa fünf Jahre - Derzeit keine Börsenpläne

Wien - Über eine millionenschwere Unternehmensanleihe will sich der oberösterreichische KTM-Konzern, nach BMW Europas zweitgrößter Motorradhersteller, frisches Geld für sein weiteres Wachstum holen. Mit dem Lead-Management der Emission wurden Erste Bank und Raiffeisen Zentralbank (RZB) beauftragt.

Wie KTM-Chef Stefan Pierer Freitagnachmittag auf APA-Anfrage bestätigte, sei ein Bond-Volumen im eher hohen zweistelligen Millionen Euro-Bereich geplant. "Dreistellig ist es nicht." Die Laufzeit werde etwa fünf Jahre betragen.

Nähere Details zur geplanten Anleihe - Emittentin ist die Konzern-Dachgesellschaft KTM Group GmbH - wollte Pierer unter Hinweis auf Vertraulichkeitsbestimmungen vorerst nicht bekannt geben. Am 21. April werden KTM, Erste Bank und RZB gemeinsam in Wien bei einem Pressegespräch über die Firmenanleihe informieren.

Keine Rückkehr an die Börse

Eine Rückkehr von KTM an die Börse, worüber in den vergangenen Jahren wiederholt spekuliert worden war, will Pierer für die Zukunft zwar nicht ausschließen: "Derzeit aber sind Börsenpläne nicht aktuell", wie er sagte. Die geplante Anleihe selbst wertet der KTM-Chef jedoch als "kleinen Schritt in Richtung Börsengang".

Das Interesse für Corporate Bonds - international ein beliebtes Instrument für Unternehmensfinanzierungen - ist in Österreich erst in jüngerer Vergangenheit erwacht, offenbar auch wegen des zuletzt anhaltend niedrigen Zinsniveaus.

Sehs große Emissionen 2003

In Österreich gab es im Vorjahr sechs große Emissionen von Unternehmensanleihen: Österreichische Bundesbahnen (ÖBB), OMV, Bau Holding, Jenbacher, EStAG und Heinzel Holding. Das Gesamtvolumen lag bei mehr als 800 Mio. Euro.

Im Geschäftsjahr 2002/03 (per Ende August) hat der KTM-Konzern seinen Absatz von 61.750 auf eine neue Rekordzahl von knapp 71.000 verkauften Motorrädern gesteigert. Umsatz und Ergebnis wuchsen zweistellig: Bei Umsatzerlösen von 376 Mio. Euro (plus 19 Prozent) übertraf der operative Gewinn (Ebit) mit 45 Mio. Euro den Vorjahreswert um 17 Prozent. Der Gewinn vor Steuern (EGT) fiel mit 34,3 Mio. Euro um 19 Prozent höher aus, das Ergebnis nach Steuern legte um 44 Prozent auf 23,7 Mio. Euro zu.(APA)

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