Keine Moral im Internet

15. April 2004, 23:08
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Ferrero-Waldner distanziert sich von Fischer-kritischen Webpages und empört sich über Fotomontagen und Manipulationen

Wien - Die ÖVP und ihre Hofburg-Spitzenkandidatin Benita Ferrero-Waldner distanzieren sich von zwei Homepages, die sich kritisch mit dem SPÖ-Präsidentschaftskandidaten Heinz Fischer auseinandersetzen. In einer Aussendung wird betont, dass die Volkspartei weder auf Existenz noch auf Gestaltung der Homepages heifi.at bzw. roterheinzi.at direkten oder indirekten Einfluss hat. Der Domaininhaber sei weder bei der ÖVP beschäftigt noch für diese tätig, heißt es weiter. Die Homepages sind einer der Gründe, warum die SPÖ das Schiedsgericht unter Ludwig Adamovich angerufen hat.

"Parteisoldat"

Auf den beiden Websites wird teils in recht aggressivem Ton Stimmung gegen Fischer gemacht, der konsequent als "roter Heinzi" bezeichnet wird. Dem "beinharten Ideologen" und "Parteisoldaten" wird unter anderem vorgehalten, dass sein gesamter Lebensweg von der Partei, Funktionen im Apparat und Karriere durch streberhaftes Verhalten geprägt sei. Zudem gibt es ein "Geheimvideo" zu sehen, wo Fischer nicht gerade mit Humor reagiert, als sich bei einer Aktion der Grünen ein Pelztier auf seinem Teppich erleichtert.

Die ÖVP namens Generalsekretär Reinhold Lopatka und Ferrero-Waldner selbst distanziert sich nun "von dieser diffamierenden und jeden Rahmen politischer Auseinandersetzung sprengenden Form der Veröffentlichung".

Allerdings ortet auch die Volkspartei Grund zur Klage. Dabei geht es um einen Artikel mit dem Titel "Jetzt auch Benita-Entbusung!", die auf der Seite raketa.at zu finden ist. Darin war durch eine Fotomontage ein Kanzler Schüssel kreiert worden, der einer weiblichen Person mit dem montierten Kopf der Kanidatin Ferrero-Waldner den Busen entblößt. Außerdem ärgert die ÖVP, dass das Memory-ähnliche Spiel auf der Website benita.at torpediert wird. Denn drei User mit den Nicknames "heinzfischer", "heinz4president" und "vote4heinz" hätten sich beim Spiel "Remember´n" mit "unmöglich aus dem Spiel heraus zu erreichenden Maximalhighscores" an die erste Stelle gesetzt, so dass der Verdacht der bewussten Manipulation im Raum stehe, hieß es in der Erklärung der ÖVP. (APA)

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