Sri Lanka: Mindestens 22 Tote bei Kämpfen zwischen Tamilengruppen

11. April 2004, 11:20
posten

Rotes Kreuz: Tausende Menschen fliehen vor Gefechten

Colombo - Bei Kämpfen zwischen verfeindeten tamilischen Rebellengruppen in Sri Lanka sind nach Armeeangaben mindestens 22 Menschen getötet worden. Kämpfer des Rebellenchefs V. Muralitharan alias Oberst Karuna zogen sich am Freitag im Osten des Landes angesichts vorrückender Kämpfer der rivalisierenden Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) von Schlüsselstellungen zurück, wie aus der Regierungsarmee verlautete. Es handelte sich um die ersten Kämpfe in Sri Lanka seit einer Waffenstillstandsvereinbarung vom Februar 2002. Nach Angaben des Roten Kreuzes flohen tausende Menschen vor den Gefechten.

LTTE-Kämpfer überquerten nach eigenen Angaben den Fluss Verugal, der die beiden Tamilengebiete Tricomalee und Batticaloa voneinander trennt. Aus Armeekreisen hieß es weiter, Rebellen Karunas hätten sich von einem strategisch wichtigen Ufer eines Flusses zurückgezogen, der die Grenze zwischen den Rebellengebieten markiert. Dadurch seien Regierungssoldaten zwischen die Fronten der verfeindeten Rebellengruppen geraten. Armee und Sicherheitskräfte wurden landesweit in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Karuna hatte sich Anfang März zusammen mit 5.000 bis 6.000 Kämpfern von der LTTE abgespalten, da die Befreiungstiger nach seiner Einschätzung zu wenig auf die im Osten des Landes lebenden Tamilen eingehen. Die Zerstrittenheit der Tamilen erschwert den ohnehin schleppenden Friedensprozess in Sri Lanka. Präsidentin Chandrika Kumaratunga hatte nach dem Sieg ihrer Partei bei der Parlamentswahl vergangene Woche angekündigt, den Dialog mit den für Unabhängigkeit kämpfenden Rebellen wieder aufzunehmen.

Im Unabhängigkeitskampf in Sri Lanka kamen in 20 Jahren rund 60.000 Menschen ums Leben; seit Februar 2002 gilt ein von Norwegen vermittelter Waffenstillstand. Die LTTE hatte mit neuen Kämpfen gedroht, sollten sie bei Friedensverhandlungen nicht die Autonomie zugesprochen bekommen. Der norwegische Gesandte Hans Brattskar traf angesichts der Kämpfe mit dem neuen Regierungschef Mahinda Rajapakse zusammen. (APA)

Rotes Kreuz: Tausende Menschen fliehen vor Gefechten Colombo (APA/AFP) - Bei Kämpfen zwischen verfeindeten tamilischen Rebellengruppen in Sri Lanka sind nach Armeeangaben mindestens 22 Menschen getötet worden. Kämpfer des Rebellenchefs V. Muralitharan alias Oberst Karuna zogen sich am Freitag im Osten des Landes angesichts vorrückender Kämpfer der rivalisierenden Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) von Schlüsselstellungen zurück, wie aus der Regierungsarmee verlautete. Es handelte sich um die ersten Kämpfe in Sri Lanka seit einer Waffenstillstandsvereinbarung vom Februar 2002. Nach Angaben des Roten Kreuzes flohen tausende Menschen vor den Gefechten. LTTE-Kämpfer überquerten nach eigenen Angaben den Fluss Verugal, der die beiden Tamilengebiete Tricomalee und Batticaloa voneinander trennt. Aus Armeekreisen hieß es weiter, Rebellen Karunas hätten sich von einem strategisch wichtigen Ufer eines Flusses zurückgezogen, der die Grenze zwischen den Rebellengebieten markiert. Dadurch seien Regierungssoldaten zwischen die Fronten der verfeindeten Rebellengruppen geraten. Armee und Sicherheitskräfte wurden landesweit in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Karuna hatte sich Anfang März zusammen mit 5.000 bis 6.000 Kämpfern von der LTTE abgespalten, da die Befreiungstiger nach seiner Einschätzung zu wenig auf die im Osten des Landes lebenden Tamilen eingehen. Die Zerstrittenheit der Tamilen erschwert den ohnehin schleppenden Friedensprozess in Sri Lanka. Präsidentin Chandrika Kumaratunga hatte nach dem Sieg ihrer Partei bei der Parlamentswahl vergangene Woche angekündigt, den Dialog mit den für Unabhängigkeit kämpfenden Rebellen wieder aufzunehmen. Im Unabhängigkeitskampf in Sri Lanka kamen in 20 Jahren rund 60.000 Menschen ums Leben; seit Februar 2002 gilt ein von Norwegen vermittelter Waffenstillstand. Die LTTE hatte mit neuen Kämpfen gedroht, sollten sie bei Friedensverhandlungen nicht die Autonomie zugesprochen bekommen. Der norwegische Gesandte Hans Brattskar traf angesichts der Kämpfe mit dem neuen Regierungschef Mahinda Rajapakse zusammen.
Share if you care.