A2 bei Vösendorf über Ostern gesperrt

12. April 2004, 09:29
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Anschluss an die Wienumfahrung S1 wird vorbereitet - Vogelkundler melden Bedenken gegen Donaubrücke an - mit Grafik

Über Ostern ist die Südautobahn bei Vösendorf gesperrt. Dabei wird auch der Anschluss an die Wienumfahrung S1 vorbereitet. Vogelkundler sperren sich indes gegen eine Donaubrücke im Zuge der S1-Verlängerung nach Norden.

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Wien - Großräumig ausweichen - so lautet die Devise zum Osterwochenende im Süden Wiens: Am Freitagabend wurde die Südautobahn A2 im Bereich Knoten Vösendorf für drei Tage gesperrt (DER STANDARD berichtete). Die Fahrrelationen Wien - Linz und Linz - Graz auf der A 21 bleiben ohne Umleitung aufrecht. Die Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs AG (Asfinag) hofft, dass vor allem die Fahrtrichtung Graz - Wien am Montag ab 14 Uhr wieder für den Osterrückreiseverkehr freigegeben werden kann.

Ursache sind Brückenbauarbeiten im Zuge der Verbreiterung der A2 von sechs auf acht Fahrspuren. Gleichzeitig werden aber auch neue Relationen für den Anschluss an die Wienumfahrung S1 geschaffen, die zwischen Vösendorf und Schwechat bereits in Bau ist.

Bezüglich der Fortsetzung der Umfahrung im Nordosten geht indes das Tauziehen weiter: Die Asfinag solle die Trassenentscheidung zur Nordostumfahrung rasch durchführen, reagierte am Donnerstag der Wiener SP-Verkehrssprecher Günter Reiter auf einen Bericht im STANDARD, wonach die Variantenprüfung doch bis Jahresende dauern könnte.

Verkehrsstadrat Rudolf Schicker (SP) favorisiert hier vehement eine Untertunnelung der Donau und die innere Trasse, die über das Flugfeld Aspern führen würde (siehe Grafik). Sein jüngstes Argument gegen eine Donaubrücke: Der Vogelschutz.

Rastplatz der Watvögel

Hier bestätigt der Ornithologe Hannes Frühauf im STANDARD-Gespräch, dass in der Tat einige Vogelarten beeinträchtigt werden könnten. "Die Alberner Schotterbank ist ein bekannt beliebter Rastplatz für Limikolen (Watvögel, Anm.) wie Regenpfeifer, Ufer-, Sand-oder Wasserläufer." Durch eine Brücke würde der "lokale Vogelflugverkehr eingeschränkt, auch Lärm und optische Beeinträchtigungen wären sicher ein Problem".

Weitere betroffene Arten wären Enten und Haubentaucher - außerdem sei die Donau eine Leitlinie für Zugvögel. Andererseits: Selbst wenn ein Tunnel errichtet würde, kann die Straßenverbindung an anderer Stelle problematisch werden. Würde die Strecke etwa auf der Schwechater Seite im Bereich Mannswörth offen geführt, käme im dortigen großen Wiesengebiet der Wachtelkönig schwer in Bedrängnis. "Der ist bekannt allergisch vor allem gegen nächtlichen Lärm."

Frühauf hat im Bereich Lobau bereits einige Arbeiten erstellt, unter anderem arbeitet er derzeit an einer Kartierung für das Umweltministerium. Für eine endgültige Abschätzung müsse man noch die genaue Trassierung abwarten.

Wobei die ornithologischen Bedenken gegen ein Brückenbauwerk auch nicht automatisch Schickers Tunnelpräferenz Recht geben. "Da sind erst die Auswirkungen auf das Grundwasser zu untersuchen", betont Frühauf. WWF-Experte Ulli Eichelmann betont: "Ob Brücke oder Tunnel: Eine Querung des Nationalparks Lobau ist in jedem Fall problematisch."

(Roman David-Freihsl, DER STANDARD Printausgabe 9.4.2004)

  • Varianten für die Wien-Umfahrung
    grafik: standard

    Varianten für die Wien-Umfahrung

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