Memo über Terror-Gefahr für USA bleibt Geheim-Dokument

9. April 2004, 21:27
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9/11-Kommission fordert Veröffentlichung - "Vorbereitung von Flugzeugentführungen" - Rice sieht keine Terrorwarnung

Washington - Die Kommission zur Untersuchung der Terroranschläge vom 11. September 2001 fordert die Veröffentlichung eines vom Weißen Haus unter Verschluss gehaltenen Dokuments über die mögliche Bedrohung der USA durch Terroranschläge. Das Memorandum vom 6. August 2001 an US-Präsident George W. Bush spreche von "Hinweisen des FBI auf verdächtige Aktivitäten innerhalb der USA mit Vorbereitungen von Flugzeugentführungen", enthüllte Bob Kerrey, demokratisches Mitglied der 9/11-Kommission während der Befragung von Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice am Donnerstag.

Auf die Frage des demokratischen Kommissionsmitglieds Richard Ben-Viste erwähnte Rice den Titel des Präsidenten-Briefings vom 6. August: "Bin Laden ist zu Anschlägen innerhalb der USA entschlossen". Laut der Sicherheitsberaterin ging es dabei aber nicht um aktuelle Warnungen vor Terroranschlägen, sondern um "historische Information". Der ehemalige Anti-Terrorberater Richard Clarke habe sie vor den Anschlägen vom 11. September 2001 auch über El-Kaida-"Schläfer-Zellen" innerhalb der USA informiert, räumte Rice ein.

Kommission appelliert an Weißes Haus

Die zehn Mitglieder der Kommission appellieren gemeinsam an das Weiße Haus, das Dokument zu veröffentlichen, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Kommission, Lee Hamilton, nach der Befragung von Sicherheitsberaterin Rice. Das amerikanische Volk sollte den Inhalt des Dokuments erfahren, sagte der Demokrat Hamilton.

US-Präsident George W. Bush hielt sich im August für einen vierwöchigen Urlaub auf seiner Ranch in Texas auf. Das Memorandum führte offenbar nicht dazu, dass Bush seinen Urlaub abbrach oder sonst im August von Texas aus außerordentliche Aktivitäten zum Schutz der USA vor Terroranschlägen setzte. Der ehemalige Anti-Terrorberater Richard Clarke wirft seiner ehemaligen Chefin Rice und der US-Regierung vor, dem Kampf gegen den Terrorismus nicht die notwendige Priorität eingeräumt zu haben. (APA)

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