Der Balanceakt des Monsieur Dieudonne

16. April 2004, 21:15
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Pariser Komiker dreht Skandal und Antisemitismus-Vorwürfe in eine One Man Show um

Paris - Der bekannte französische Komiker Dieudonne hat die jüngst gegen ihn gerichteten Antisemitismus-Vorwürfe in eine One Man-Show mit dem Titel "Mes excudes" ("Meine Entschuldigung") verwandelt, die ab dem 21. April im Pariser Theater "Main d'Or" zu sehen ist, teilten die Veranstalter am Donnerstag mit. Gegen den bekannten französischen Komiker Dieudonne ist in einem Prozess in Paris ein Strafgeld von 10.000 Euro wegen "Rassendiffamierung" beantragt worden.

Die Anklage bezieht sich auf eine Fernsehsendung vom vergangenen Dezember, in welcher der Schauspieler als orthodoxer Jude mit schwarzem Hut und Schläfenlocken verkleidet dazu aufgerufen hatte, sich "der amerikanisch-zionistischen Achse des Guten" anzuschließen, bevor er seine Nummer mit einem Hitlergruß und der Formel "Heil Israel" abschloss. Das neue Spektakel, das bis zum kommenden Juli auf dem Programm steht, sei nicht eine Revanche sondern eine Art "Innenschau", betonten die Organisatoren weiter. Der Fernsehauftritt von Dieudonne M'Bala M'Bala löste heftige Polemiken aus und führte zur Annullierung zahlreicher Shows des Humoristen. Unter anderem musste Dieudonne, dessen Vater aus Kamerun stammt, eine Vorstellung im berühmten Pariser Konzert- und Theatersaales "Olympia" abgesagt werden, nachdem die Theaterdirektion Bombendrohungen erhalten hatte.

Dieudonnes aktuelles Spektakel "Le divorce de Patrick" ("Die Scheidung von Patrick"), das im Oktober 2002 uraufgeführt worden war, haben sich bereits knapp 100.000 Zuschauer angesehen, hieß es weiter. Im April und Mai stehen noch die letzten drei Aufführungen dieser One Man-Show auf dem Programm. (APA)

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    Dieudonne bei einer Pressekonferenz in Brüssel

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