Georges Pretre erhielt österreichisches Ehrenkreuz

13. April 2004, 20:44
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Französischer Dirigent setzte mit den Wiener Symphonikern Akzente

Wien - Der französische Dirigent Georges Pretre (79) hat heute, Mittwoch, zu seinen zahlreichen internationalen Auszeichnungen auch das österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse hinzugefügt. Die Überreichung nahm in Vertretung von Kunststaatssekretär Franz Morak (V) Sektionsleiter Klaus Wölfer vor, die Laudatio hielt Rainer Bischof, Generalsekretär der Wiener Symphoniker, mit denen Pretre am Sonntag im Rahmen des OsterKlang-Festivals den "Frühling in Wien" ausruft.

Georges Pretre, 1924 im nordfranzösischen Waziers geboren, wollte zunächst Jazzpianist und -trompeter werden. Am Pariser Konservatorium studierte er zunächst im Fach Trompete, ehe er sich mit Orchesterleitung beschäftigte. 1946 debütierte er an der Oper von Marseille und kam über Lille, Casablanca und Toulouse 1956 an die Pariser Opera Comique.

1960 wurde er als ständiger Dirigent an die Pariser Oper verpflichtet, als Gastdirigent wurde er an die großen Häuser gerufen: 1958 Chicago, 1961 Covent Garden, 1964 Metropolitan Opera, 1965 Scala. Herbert von Karajan holte ihn 1962 an die Wiener Staatsoper, in diesem Jahr wurde er zum stellvertretenden Leiter des Royal Philharmonic Orchestra ernannt. Die Position als Musikdirektor der Pariser Oper legte er 1971 nach einem Jahr wieder zurück. Von 1986 bis 1991 war er Erster Gastdirigent der Wiener Symphoniker, 1995 übernahm er die Leitung des Radio-Symphonieorchesters Stuttgart.

Maria Callas und der Komponist Francis Poulenc, dessen Oper "La Voix Humaine" unter seiner Leitung uraufgeführt wurde, betrachteten ihn als ihren bevorzugten Dirigenten, was auch in seiner umfassenden Diskographie Niederschlag gefunden hat. Bis heute steht Pretre immer wieder am Pult der Wiener Symphoniker, die mit ihm eine Reihe erfolgreicher internationaler Gastspielreisen absolviert haben. Auch als Dirigent philharmonischer Abonnementkonzerte hat der energiegeladene französische Meister Akzente im österreichischen Musikleben gesetzt, in Wien wie bei den Festspielen in Bregenz und Salzburg. 1996 wurde er mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich geehrt. (APA)

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