Mediziner warnen vor Zecken

16. April 2004, 22:23
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Nicht nur FSME und Borreliose werden von den Blutsaugern übertragen

Laut einem Bericht des Ö1-Morgenjournals warnen die Mediziner vor einer steigenden Gefahr durch Zecken. Durch das mildere Klima kommen die Blutsauger immer früher und sie übertragen - neben FSME und Borreliose - neue gefährliche Krankheiten wie die Ehrlichiose. Die Wissenschaft forscht seit langem nach einer effektiven Bekämpfung der Zecken, bis jetzt allerdings erfolglos. Zecken brauchen nur drei Blutmahlzeiten im Leben und werden damit bis zu vier Jahre alt. Ein Zeckenweibchen legt bis zu 3000 Eier, in Österreich leben Milliarden der blutsaugenden Parasiten.

Erster Ehrlichiose Fall in Österreich 2002

Der erste Fall der neuen "Zeckenkrankheit" Ehrlichiose in Österreich wurde im Sommer 2002 in Tirol bekannt. Die Infektion beginnt nach einer Inkubationszeit von fünf bis 14 Tagen als fieberhafter Infekt mitSchüttelfrost, manchmal begleitet von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Etwa jeder zehnte schwer Erkrankte sterbe an den Folgen eines Nierenversagens, einer Vergiftung oder einer Gerinnungsstörung. Die Experten raten, bei jedem fieberhaften Infekt, der während der warmen Jahreszeit in einem Zecken-Gebiet auftritt, sofort das Blut auf die Ehrlichiose-Erreger zu untersuchen.

Die meisten FSME-Fälle vergangenes Jahr in der Steiermark

Die bekannteste "Zeckenkrankheit", die Frühsommer-Meningo-Enzyphalitis (FSME) wird durch Viren verursacht. Anfangssymptome sind die einer normalen Erkältung der Grippe. Der Erreger greift das Gehirn an, es kommt zu Entzündungen und Schwellungen, die zu Genickstarre und Lähmungen und letztendlich sogar zum Tod führen können. Nach Schätzungen von Experten führt FSME in einem Prozent der Fälle zum Tod. Österreichweit erkrankten im Vorjahr 82 Menschen an FSME die meisten Fälle gab es in der Steiermark.

Erst im November vergangenen Jahres wurde das Impfschema für die FSME-Immunisierung geändert: Bei Personen bis zum 60. Lebensjahr kann nach vollständiger Grundimmunisierung und einer Auffrischungsimpfung das Intervall für weitere Auffrischungsimpfungen auf fünf Jahre verlängert werden. Bei älteren Personen (ab dem 60. Lebensjahr) bleibt die bisherige Empfehlung der Auffrischungsimpfungen in dreijährigen Abständen aufrecht.

Keine Impfung gegen Borreliose

Laut Schätzungen ist rund ein Drittel der Zecken potentieller Überträger der so genannten Borrelien. Allerdings führt nicht jeder Biss zu einer Erkrankung. Typische Symptome einer Borreliose sind zu Beginn ein mehr oder weniger runder, roter Hof um die ehemalige Bissstelle. Die Entzündung dehnt sich in Folge flächig aus und kann zunehmend auch Schmerzen verursachen.

Wird die Erkrankung nicht behandelt, so können die Bakterien nach Monaten oder sogar Jahren alle möglichen Organe befallen und zu den verschiedensten Beschwerden führen. Häufig betroffen sind Gelenke, Muskeln - und somit möglicherweise das Herz - sowie das Nervensystem. Eine Impfung gegen Borrelien ist derzeit nicht möglich, dafür sind die Erreger wie viele Bakterien relativ einfach mit Antibiotika zu bekämpfen. Während mit dem FSME-Erreger infizierte Zecken in Österreich lokal konzentriert sind, kann man sich eine Borreliose praktisch überall holen.

Nicht mit Öl beträufeln!

Zecken erwischt man zwar vornehmlich im Wald, die Tiere leben aber auch in Gebüschen, selbst mitten in der Stadt. Hat man an sich einen festgebissenen Zecken entdeckt, so sollte man nach neueren Erkenntnissen keine Hausmittel wie Öl oder Klebstoff anwenden. Bring man das Tier um, während es noch in der Haut sitzt, so besteht die Gefahr, dass es im Todeskampf alle möglichen Körpersäfte in die Wunde speit. Statt dessen sollte man die Zecke mit einer stumpfen Pinzette packen und durch vorsichtiges Hin- und Herwackeln lösen. (APA/red)

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    Zecken sind blutrünstig und fortpflanzungsfreudig

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