Sudan gegen internationalen Truppeneinsatz

8. April 2004, 15:17
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UNO verurteilt "ethnische Säuberungen" und fordert Konfliktende notfalls mit militärischer Gewalt

Khartum - Die sudanesische Regierung hat einen Aufruf von UNO-Generalsekretär Kofi Annan an die internationale Gemeinschaft zurückgewiesen, den Konflikt in der westsudanesischen Region Darfur (Darfour) notfalls mit militärischer Gewalt zu beenden. Sein Land brauche keinen internationalen Militäreinsatz in Darfur, sondern stärkere humanitäre Hilfe, sagte Außenminister Mustafa Ismail am Donnerstag vor der Presse in Khartum.

Der UNO-Koordinator für Nothilfe, Jan Egeland, hat das Regime in Khartum beschuldigt, in der Region "ethnische Säuberungen" durch arabische Milizen zu dulden. US-Präsident George W. Bush hatte die sudanesische Regierung am Vortag für die Gewalt lokaler Milizen gegen die Bevölkerung in der Darfur-Region verantwortlich gemacht. "Ich verurteile diese Gräueltaten", erklärte er.

Gedenkfeiern

Nach den Gedenkfeiern für die Opfer des Ruanda-Völkermords vom Mittwoch hatte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) betont, das Bedauern der internationalen Gemeinschaft komme zehn Jahre zu spät, während der Genozid im Westsudan seinen Höhepunkt erreiche. "Wieder werden (in der sudanesischen Darfour-Region) vor aller Augen ungeheuerliche Verbrechen verübt, gegen die sich nur wenige Menschenrechtler und Journalisten engagieren", erklärte GfbV-Präsident Tilmann Zülch. Auch dort könnte es wie in Ruanda zur schlimmsten Katastrophe kommen: "Eine Million Menschen drohen zu verhungern, weil die sudanesische Regierung humanitäres Völkerrecht missachtet und Hunger als Waffe einsetzt. Hunderttausende sind auf der Flucht."

Slatin Pascha

Ende des 19. Jahrhunderts war der Österreicher Rudolf Slatin (später Sir Rudolf Freiherr von Slatin Pascha), nachmaliger anglo-ägyptische Generalinspektor im Sudan, britischer Militärgouverneur der Provinz Darfour.

Zur Untersuchung der Massaker und schweren Menschenrechtsverletzungen haben die Vereinten Nationen ein Team in den Nachbarstaat Tschad entsandt, der bereits mehr als hunderttausend Flüchtlinge aufgenommen hat. (APA)

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    laut einem UNO-Koordinator sollen in der Darfour-Region "ethnische Säuberungen" durch arabische Milizen stattfinden.

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