EU plant keine Abnahme der Fingerabdrücke von US-Touristen

7. April 2004, 19:15
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Kommission: An Vergeltungsmaßnahmen denkt niemand

Brüssel - Auf die von den USA angekündigte Verschärfung der Einreisebestimmungen für Touristen will die EU-Kommission nicht mit gleichwertigen Vorschriften reagieren. Daran, dass auch von US-Touristen bei der Einreise in die EU Fingerabdrücke genommen würden, denke derzeit niemand, versicherte der Sprecher des für die innere Sicherheit der EU zuständigen Kommissars Antonio Vitorino am Dienstag in Brüssel.

Wichtiger sei der EU, dass ihre Bürger keine Visa für kurzfristige Aufenthalte in den USA benötigten. Die Kommission begrüßte, dass die USA die derzeit gültigen Regeln zur Freistellung von Visa nicht ändern wollten. Unterdessen verhandelt die EU mit den USA weiter über die Einführung von Pässen mit biometrischen Daten wie beispielsweise die Abbildung der Augeniris.

Fingerabdrücke ab Herbst

Derzeit brauchen mit Ausnahme von Griechenland die Bürger aller anderen EU-Staaten sowie auch aus dem Beitrittsland Slowenien keine Visa für die Einreise in die USA. Ab 30. September sollen aber von allen EU-Bürgern Fingerabdrücke genommen und Digitalfotografien gemacht werden, weil ihre Pässe die von den USA verlangten zusätzlichen Sicherheitsmerkmale nicht enthalten.

Die EU möchte erreichen, dass die Visafreiheit künftig auf alle EU-Staaten und damit nach dem 1. Mai auch auf alle zehn Beitrittsländer ausgeweitet wird. Damit sei aber innerhalb der kommenden Jahre nicht zu rechnen, erwartete ein Brüsseler US-Diplomat. Länder, die von der Visapflicht in den USA befreit werden wollen, würden anhand bestimmter Kriterien beurteilt, darunter nach der Anzahl verweigerter Einreisen und überzogener Visa-Fristen. Eine Erfüllung dieser Kriterien sei aber erst nach einer bestimmten Zeit der EU-Mitgliedschaft zu erwarten. (APA)

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