Den Haag: Sechs kroatische Angeklagte plädieren für "nicht schuldig"

7. April 2004, 18:53
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Ihnen werden schwere Kriegsverbrechen im Bosnienkonflikt Anfang der 90er Jahre vorgeworfen

Den Haag - Sechs Kroaten, denen das UN-Tribunal in Den Haag schwere Kriegsverbrechen im Bosnienkonflikt vorwirft, haben sich am Dienstag in allen 26 Anklagepunkten für unschuldig erklärt. Sie hatten sich am Montag dem Tribunal gestellt, das ihnen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und schwere Verstöße gegen die Genfer Konventionen im Bosnienkonflikt Anfang der neunziger Jahre vorwirft.

Die sechs sollen für so genannte ethnische Säuberungen verantwortlich sein, denen vor allem Muslime zum Opfer gefallen waren. Dabei ging es um Mord, Misshandlung, Verfolgung, Vertreibung, Inhaftierung und Ausplünderung von Zivilisten sowie unnötige Zerstörungen von Häusern, Dörfern und geschützten Gebäuden. Sie alle sollen nach der Anklageschrift ein "kriminelles Unternehmen" gebildet haben. Im Untersuchungsgefängnis von Scheveningen müssen sie jetzt die Vorbereitungen zu ihrem Prozess zu einem noch unbekannten Zeitpunkt abwarten.

Bei den Angeklagten handelt es sich um den aktiven General Mikivoj Petkovic (54), den pensionierten General Slobodan Praljak (59), den einstigen bosnisch kroatischen Regierungs- und Militärchef Jadranko Prlic (44) und dessen Verteidigungsminister Bruno Stojic (48), den einstigen Militärpolizei-Chef Valentin Coric (47) und den Chef des Gefängniswesens Berislav Pusic (51). (APA/dpa)

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