Lazio-Kicker verzichten auf insgesamt zwölf Millionen Euro in Cash

16. April 2004, 14:49
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Spieler wandeln Gehälter in Klub-Aktien um - Aufforderung an Fans in die Börse zu greifen

Rom - Die Lazio Rom-Spieler greifen ihrem hoch verschuldeten Klub unter die Arme. Die Spieler entschlossen sich, auf Monatsgehälter für insgesamt zwölf Millionen Euro zu verzichten und werden dafür im Rahmen einer Kapitalaufstockung zur Rettung des römischen Traditionsklubs Lazio-Aktien erhalten. Mit der Kapitalaufstockung im Wert von 120 Millionen Euro wollen die Aktionäre Lazio Rom eine lebensrettende Finanzspritze gewähren, berichtete die Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" in ihrer Dienstag-Ausgabe.

Aufforderung an Fans

Um die Gefahr des Bankrotts abzuwenden, muss der Verband auch auf die finanzielle Unterstützung seiner Fans hoffen. Der römische Bauunternehmer Stefano Ricucci, der zu den Hauptaktionären des Börsen notierten Klubs zählt, rief am Wochenende die Lazio-Fans auf, in die Tasche zu greifen und die Kapital-Aufstockung zu unterzeichnen.

"Die große Kraft des Klubs sind seine 70.000 Kleinaktionäre, die in der Börse die Lazio-Aktien gekauft haben. Wir fordern sie auf, 1.500 bzw. 2.000 Euro pro Kopf auszugeben und die Kapitalaufstockung zu unterzeichnen. Dies bedeutet, dass jeder Fan für den Klub nicht mehr als zehn Euro pro Monat in den kommenden zehn Jahren zahlen würde", meinte der Bauunternehmer Stefano Ricucci. Er hält einen zweiprozentigen Anteil an den Erstligisten, der seit über einem Jahr auf der Suche nach einem Käufer ist.

Lazio Rom will bis 2007 die Gehälter seiner Spieler halbieren, um die hohen Kosten einzudämmen und den Verein zu retten. Die Aktien der Römer an der Mailänder Börse waren in den letzten Tagen länger vom Handel ausgesetzt worden, nachdem die Schulden im Semester Juli-Dezember 2003 um 44 Prozent auf 68 Millionen Euro gestiegen waren. (APA)

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