Dutroux wehrte sich gegen Durchsuchung und verletzt sich am Kopf

7. April 2004, 12:29
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Dutroux habe selbst seinen Kopf gegen die Wand gestoßen - Polizeisprecher: "Fall von Rebellion"

Der mutmaßliche belgische Kindermörder Marc Dutroux hat sich bei einer Auseinandersetzung mit Vollzugsbeamten leicht verletzt. Dutroux habe sich am Dienstagmorgen gegen seine Durchsuchung zur Wehr gesetzt und sich dabei leicht am Kopf verletzt, teilte die belgische Polizei mit. Dutroux' Anwalt Xavier Magnee erklärte dagegen, sein Klient sei an der Augenbraue "verletzt worden" und habe "bei einem Streit mit den Sicherheitskräften" eine dicke Beule an der Stirn davongetragen.

"Ab Boden festgehalten"<7b>

Nach Polizeiangaben wollte sich Dutroux am Morgen nicht durchsuchen lassen. Er sei deshalb "am Boden festgehalten" worden. Nach der Fahrt ins Gerichtsgebäude habe Dutroux "seinen Kopf gegen die Zellenwand geschlagen".

Es handle sich um einen "Fall von Rebellion", sagte Polizeisprecher Jean-Yves Schul. Durtoux sei von den Sicherheitskräften nicht hart angefasst worden, sondern habe eindeutig "versucht, sich selbst zu verletzen". Der Vorfall sei von Überwachungskameras festgehalten worden.

Mehrere Pannen

Seit dem 1. März stehen Dutroux und drei Mitangeklagte in Arlon wegen der Entführung und Vergewaltigung von sechs Mädchen vor Gericht. Vier der Mädchen starben. Dutroux gilt als der bestbewachte Gefangene Belgiens. 1998 war ihm eine spektakuläre Flucht aus der Haft 1998 gelungen: Bei einem Besuch in einem Gerichtsgebäude überwältigte er die Wächter; erst ein Großkommando der Polizei konnte ihn nach einigen Stunden wieder festsetzen. Seine Flucht hatte schwerwiegende personelle Konsequenzen: Der belgische Innen- und Justizminister mussten zurücktreten. (APA/AFP)

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