Eishockey: Villach will mit Heimvorteil Spieß umdrehen

6. April 2004, 22:22
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KAC hat aber heuer noch kein Auswärtsderby verloren - Verstärkung für Klagenfurter: Washburn ersetzt Koch

Klagenfurt - Der KAC hat am Sonntagabend den ersten Schritt in Richtung 28. Eishockeytitel getan. Aber das 3:2 im Heimspiel gegen den VSV war ein mühsamer Schritt. Am Dienstag (19:15 Uhr, live in Premiere) bietet sich den Villachern mit Heimvorteil die Möglichkeit, in der best-of-five-Serie auf 1:1 zu stellen. Wer zuerst drei Siege auf dem Konto hat, der hat auch die Meisterwürde in der Tasche.

"Das wichtigste ist, dass wir gewonnen haben", stellte KAC-Coach Jorma Siitarinen fest. "Schon im ersten Spiel wurde klar, dass es sehr, sehr knapp wird. Aber mit zwei Toren im Vorteil haben wir das letzte Drittel beherrscht." Doch ganz stimmt das nicht, denn der letzte Abschnitt gehörte den Villachern. Da verzichteten sie auf die überflüssigen Fouls und machten viel Druck. Doch der Anschlusstreffer zum 2:3 80 Sekunden vor Schluss kam zu spät. Zudem machte ausgerechnet Torschütze Marco Pewal mit einem Ausschluss die Aufholjagd zunichte: Statt über einen sechsten Feldspieler an Stelle von Tormann Prohaska ein Überzahlspiel zu erreichen, geriet man selbst in Unterzahl.

KAC-Goalie Verner in Topform

Der Unterschied beim KAC waren der Tormann, die Disziplin und das Powerplay. Andrew Verner stach Gert Prohaska glatt aus, unnötige Regelverstöße wurden - so gut es ging - vermieden und aus acht Überzahlspielen immerhin die vorentscheidenden Tore zum 2:0 und 3:1 erzielt. "Mit kluger Taktik und Verner war der Sieg schließlich verdient", stellte Thomas Koch, zum "Spieler des Abends" gewählt, fest. Verner selbst meinte, dass man sich im Schlussdrittel "zu sehr habe in die Defensive drängen lassen".

Der VSV will am Dienstag in Villach dort anschließen, wo in Klagenfurt aufgehört wurde. "Im Schlussdrittel sind wir richtig in Schwung gekommen", sagte Greg Holst. Zur Niederlage meinte er: "Wir sind selbst schuld, weil wir zu viele Strafen kassiert haben. Zu Hause werden wir es besser machen." Kapitän Herbert Hohenberger kritisierte: "Wir waren zu undiszipliniert. In einer Finalserie muss man auch Schläge einstecken können." Von Roland Kaspitz kam noch in Klagenfurt die Kampfansage an den KAC: "Am Dienstag schlagen wir zurück."

Zu Hause ist der VSV jetzt unter Druck. Bei einer neuerlichen Niederlage könnte der KAC schon am Gründonnerstag mit dem Heimvorteil alles klar machen. In dieser Saison aber hat Villach noch kein Heim-Derby gewonnen, mit 0:5, 3:4, 1:4 und 0:6 sogar vier Schlappen kassiert. "Warum sollten wir nicht ein fünftes Mal auswärts gewinnen", heißt es daher in Klagenfurt.

Verstärkung für den KAC

Am Montag wurde die Verpflichtung des routinierten Kanadiers Steve Washburn bekannt gegeben. Die Klagenfurter reagierten damit auf den Abgang von Stürmer Thomas Koch zum schwedischen Oberhaus-Klub Lulea. Der bald 29-jährige Center absolvierte in der NHL-Saison 2000/01 drei Spiele für die Philadelphia Flyers und spielt derzeit in der DEL für die Hamburg Freezers. (APA)

PLAY-OFF-FINALE, 2. Spiel: EC VSV - KAC: Dienstag, Stadthalle Villach, 19:15 Uhr (direkt in Premiere). Schiedsrichter: Carlsson. Stand der Serie 0:1.

Weitere Finalspiele: Donnerstag KAC - VSV (19:15). - Falls notwendig: Ostersonntag: VSV - KAC (17:15), Dienstag (13. April): KAC - VSV (19:15)

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