Buster kandidiert doch fürs Europaparlament

8. April 2004, 12:37
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Streit mit Chef der tschechischen Unabhängigen Initiative überwunden

Prag - Der in Deutschland lebende Ex-Pornostar tschechischer Abstammung Dolly Buster wird im Juni doch bei den Wahlen zum Europaparlament kandidieren. Der Streit zwischen Buster und der Führung der tschechischen außerparlamentarischen Partei Unabhängige Bewegung (NEI), die zu einem plötzlichen Rücktritt der 34-Jährigen von der Kandidatur führte, ist laut tschechischen Medienberichten vom Dienstag überwunden.

Abbruch vor laufender Kamera

Die als Katerina Bochnickova in Prag geborene Darstellerin hatte schon im Jänner ihre Kandidatur angekündigt und kurz darauf einen Wahlkampfauftritt in der nordmährischen Bergarbeiterstadt Ostrava (Ostrau) absolviert, wo sie vor laufender Kamera in eine Steinkohle-Grube fahren wollte. Im letzten Moment lehnte Buster jedoch ab, unterbrach den Besuch und kehrte nach Hause zurück. Als Begründung gab sie an, die NEI-Führung habe sie gezwungen, einen Vertrag zu unterzeichnen, wonach sie im Falle eines Wahlerfolges das Mandat an den NEI-Chef Richard Knot abgeben müsse.

Fans bewogen zur Rückkehr

Nach einem zweistündigen Versöhnungs-Gespräch im deutschen Wesel, wo Busters Unternehmen seinen Sitz hat, konnten sich beide Seiten nun doch einigen. Um ihren Vertrag mit der NEI kümmert sich allerdings ihr Anwalt. "Ich weiß jetzt hundertprozentig, was ich mache, und ich kann den Wählern versprechen, dass ich mich im Falle eines Erfolges für sie einsetzen werde", sagte die ehemalige Porno-Darstellerin. Zur Rückkehr auf die NEI-Liste sei sie auch von ihren Fans bewogen worden, die sie täglich mit "Hunderten E-Mails" überschüttet hätten, erklärte Buster.

Die NEI war 1990 ursprünglich unter dem Namen "Unabhängige erotische Initiative" gegründet worden. Obwohl sie später das Wort "erotisch" aus dem Parteinamen strich, forciert sie weiterhin das Thema Sex in ihrem Parteiprogramm. Die NEI stellt ihre Kandidaten regelmäßig bei Wahlen auf verschiedenen Ebenen auf. Die Bewegung konnte sich allerdings bisher nie durchsetzen und blieb immer weit unter der Fünf-Prozent-Marke. (APA)

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