Auftakt auf der S5 in Niederösterreich

5. April 2004, 12:28
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Bürgerversammlung bei Grafenwörth - Etwa 100 Teilnehmer im Regen

Tulln - Mit einer Bürgerversammlung auf der Kremser Schnellstraße (S5) bei Grafenwörth/Jettsdorf (Bezirk Tulln) hat am Montagvormittag eine Serie von Blockaden hochrangiger Verkehrsverbindungen durch Transitgegner begonnen, die sich über drei Tage erstrecken werden. Die erste von zwei Aktionen in Niederösterreich - am Dienstag wird die Semmering-Schnellstraße (S6) blockiert - wurde vom Verein "Lena" (Lebensraum Nachhaltig Aktiv) in Kooperation mit Global 2000 und Greenpeace veranstaltet.

Karin Kuna, Obfrau von "Lena" (als Vernetzung verschiedener Bürgerinitiativen im Oktober 2003 gegründet), bezifferte die Zahl der Teilnehmer an der zweistündigen S5-Blockade mit etwa 100. Weil es schon in der Früh "ein wenig Regen" gegeben hatte, war sie im Vorfeld der Aktion davon ausgegangen, dass "nur die Harten kommen werden". Später regnete es sogar "in Strömen", so Kuna. Der Protest auf der S5 richtete sich insbesondere gegen die geplante Autobahnbrücke bei Traismauer, die Teil des "Knoten Nord" ist und den Ring um Wien schließen soll. Die "Lena"-Obfrau befürchtet einen "Ausbau unserer Region in ein zweites Inntal".

"Aus Fehlern nicht gelernt"

Heinz Högelsberger, Verkehrsreferent von Global 2000, bezeichnete den Ring um Wien als "Aneinanderreihung von verkehrs- und umweltpolitischen Wahnsinnprojekten, die gestoppt werden müssen". Er kritisierte, dass "aus den Fehlern der Vergangenheit in Westösterreich nichts gelernt wurde und nun auch die Ostregion mit Transitautobahnen zubetoniert wird. Unter dem Vorwand der EU-Erweiterung soll Niederösterreich mit einem Netzwerk neuer Autobahnen überzogen werden, während gleichzeitig Eisenbahnstrecken stillgelegt statt ausgebaut werden", so Högelsberger.

"Moralische Unterstützung" erhielten die Aktivisten auf der S5 auch vom "Bürgerforum gegen Transit B301". Deren Sprecher Manfred Smetana stellte in einer Aussendung fest: "Wenn die Verkehrspolitiker völlig versagen, sind Blockaden das legitime Notwehrmittel von Bürgern, die um ihre Gesundheit und ihre Lebensqualität mit Recht mehr als besorgt sind." (APA)

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