Ein Kontaktportal für Konferenzbesucher

13. April 2004, 12:01
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Um Kongress- und Tagungsteilnehmer in Zukunft besser untereinander vernetzen zu können, entwickeln Wiener E-Commerce-Forscher und eine Software- schmiede ein eigenes Portal

Man stelle sich vor: Ein Kongress in Wien, 7000 bis 8000 Forscher und vielleicht noch einmal so viele Firmenvertreter. Die meisten kommen wahrscheinlich mit konkreten Vorstellungen, welche Informationen sie mit nach Hause nehmen und welche Kontakte sie knüpfen wollen. Um ihnen diese Arbeit zu erleichtern, haben das Wiener E-Commerce Competence Center EC 3 und die Softwareschmiede Webges ein gemeinsames Portal entwickelt, das nicht nur die Registrierung der Teilnehmer, sondern auch die Kommunikation untereinander vereinfachen soll.

Zunächst wird ein Profil angelegt, das für mehrere Konferenzen angewendet werden kann. Daten und Interessengebiete werden in eine Datenbank übernommen und mit den Informationen der übrigen Teilnehmer vernetzt. So können rasch Kontakte hergestellt werden. Denn das Portal sendet auf die mobilen Endgeräte der Forscher und Unternehmer Nachrichten. Ein SMS zwischendurch mit dem Hinweis, dass ein gesuchter Experte gerade einen Vortrag hält, kann da schon Zeit sparen. Ein weiteres SMS an zwei Kongressteilnehmer mit stark überschneidenden Interessengebieten, dass der jeweils andere vielleicht Interesse an einem Gespräch hätte, könnte sogar der Start für längerfristige Kooperationen sein.

Natürlich kann das Portal von Webges und EC3 mehr, als Kontakte auf Tagungen und Konferenzen knüpfen: Eine eigens entwickelte Software unterstützt die bei wissenschaftlichen Kongressen wichtige Vorauswahl von eingereichten Vorträgen.

Test bei Radiologen

Zum ersten Mal wird, wenn alles nach Plan läuft, das Konferenzportal beim Wiener Radiologenkongress 2005 eingesetzt, so Andreas Muzik von Webges. Schon heuer habe sich gezeigt, dass die Radio- logen mit derartigen neuen Technologien keine Probleme haben: Man hat, wie berichtet, alle Teilnehmer mit einem RFID-Chip (Radio Frequency Identification) ausgestattet - und zwar am Namensschild. Daraus wollte man Schlüsse ziehen, was auf Resonanz stößt und was eher Desinteresse verursacht. Außerdem erhielt jeder Teilnehmer automatisch eine Bestätigung. Herr A war tatsächlich beim Radiologenkongress und nicht spazieren. Dass das ein Schritt zum gläsernen Menschen sei, streitet Muzik gar nicht ab. Forscher und Unternehmer würden damit aber keine ihre Persönlichkeit betreffenden Daten preisgeben. (pi/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5. 4. 2004)

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