Weniger Steuer, mehr Aufkommen

9. April 2004, 15:44
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Die Slowakei sieht sich mit ihrem Flat-Tax-Model bestätigt

Wien - Es klingt wie ein Taschenspielertrick: Seit Jahresbeginn hat die Slowakei ihre Steuersätze auf eine 19-prozentige Flat Tax gesenkt, dennoch sind die Einkommen des Staates in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Finanzstaatssekretär Vladimil Podstránsky, Koautor der Flat-Tax-Gesetze, sieht jedoch darin kein finanztechnisches Wunder, sondern die empirische Bestätigung der Theorie: "Wenn man die Steuern zurückschraubt, investieren Unternehmen mehr.

Sie sind motiviert, mehr Gewinn auszuweisen, was die Steuerbasis verbreitert. Das freundliche System erhöht die Bereitschaft zu zahlen und reduziert kreatives Buchhalten. Und einige Konsumsteuern und die Mehrwertsteuer, die unter den 19 Prozent lagen, sind gestiegen", begründet Podstránsky gegenüber dem STANDARD.

Progression bleibt

Trotz Flat Tax gibt es weiterhin eine Steuerprogression: Denn im Zuge der Einführung der 19-prozentigen Lohnsteuer wurde ein steuerfreier Sockelbetrag von rund 90.000 Kronen geschaffen - das darüber liegende Einkommen wird dann versteuert, was eine kontinuierliche Steuerkurve bis zur 19-Prozent-Spitze gibt.

Aber es gibt auch Benachteiligte, räumt Podstránsky ein: Für Pensionisten und Einkommensschwache sind die Lebenshaltungskosten durch die Anhebung diverser Steuern auf 19 Prozent teurer geworden. Dies zu lösen sei aber Sache des Sozialsystems, nicht der Steuergesetze. (DER STANDARD Printausgabe, 05.04.2004 spu)

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