Freiheitliche Jugend: Gudenus sieht keine "Spaltung"

6. April 2004, 14:11
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Vorsitzender beim Bundesjugendtag zu 98,7 Prozent bestätigt - Landesgruppen distanzieren sich

Wien - Der Vorsitzende des Rings Freiheitlicher Jugend, Johann Gudenus, hat am Sonntag gegenüber der APA betont, dass es keine Spaltung in seiner Organisation gebe. Dass die Landesgruppen Burgenland, Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg nicht am gestrigen Bundesjugendtag teilgenommen hatten, habe nichts mit ihm zu tun. Gudenus verweist unter anderem darauf, dass diese Woche der oberösterreichische RFJ-Chef Gunther Pahl ihm in der Einbürgerungsdebatte per Aussendung zumindest inhaltlich Recht gegeben habe.

Beim Bundesjugendtag sei er, Gudenus, jedenfalls von 98,7 Prozent der anwesenden Delegierten in seiner Funktion bestätigt worden. Warum die vier Landesgruppen auf eine Teilnahme verzichtet haben, wollte der RFJ-Chef nicht kommentieren. Er werde sich erst am morgigen Montag dazu äußern.

Hintergrund

Am Samstag Nachmittag teilten die Landesgruppen Burgenland, Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg in einer Aussendung mit, sie nähmen nicht am für Sonntag angesetzten Bundesjugendtag der FPÖ teil. Sie wiesen darauf hin, sich zur aktiven Mitarbeit in demokratischen Einrichtungen zu bekennen und undemokratisches Verhalten auf das Tiefste abzulehnen. RFJ-Bundesobmann Johann Gudenus war in den vergangenen Wochen immer wieder durch vorbelastete Sager aufgefallen - zuletzt hatte er angesichts des Ansteigens von Einbürgerungen den in der NS-Zeit gebräuchlichen Begriff "Umvolkung" verwendet.

Präventiv distanzierten sich die Landesobmänner der betroffenen Gruppen - Jörg Steiner (Burgenland), Gunther Pahl (Oberösterreich), Florian Phleps (Tirol) und Manuel Zosel (Vorarlberg) - auch von allen inhaltlichen und personellen Entscheidungen des Bundesjugendtages. Sie "wollen daher auch weder heute noch in Zukunft damit in Verbindung gebracht werden".

Landesobmännerkonferenz

Die vier Obmänner kündigten zudem an, dass ihre Gruppen zur besseren Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Bundesländern eine Landesobmännerkonferenz einführen würden, in der künftig "DIE freiheitliche Jugendpolitik besprochen wird". In diese Konferenz seien alle RFJ-Landesgruppen eingeladen, "die gewillt sind, konstruktiv zu arbeiten". (APA)

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