Südkorea: Offizielle Wahlkampfperiode beginnt

4. April 2004, 15:53
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Regierungsnahe Uri-Partei in Umfragen deutlich vor der Opposition - Wahl gilt als Vertrauenstest für entmachteten Premier Roh

Seoul - Inmitten einer innenpolitischen Krise hat am Freitag in Südkorea die offizielle Wahlkampfperiode für die Parlamentswahl in zwei Wochen begonnen. Nach den letzten erlaubten Umfragen zur Wahl am 15. April lag die regierungsnahe Uri-Partei deutlich vor den Oppositionsparteien. Die Popularitätswerte für die Partei waren nach der Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Staatspräsident Roh Moo Hyun am 12. März sprunghaft gestiegen.

Die Wahl gilt auch als Vertrauenstest für Roh, dessen Amtsgeschäfte derzeit von Ministerpräsident Goh Kun kommissarisch wahrgenommen werden. Der als liberaler Reformpolitiker geltende Roh hatte erklärt, er werde von dem Ausgang der Wahl seine politische Zukunft abhängig machen.

Die Opposition hatte im Parlament mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit die vorläufige Entmachtung Rohs erzwungen. Sie wirft ihm unter anderem einen Verstoß gegen das Wahlgesetz vor, weil der Präsident öffentlich für die Uri-Partei geworben hatte. Das Verfassungsgericht hat sechs Monate Zeit, um endgültig über eine Absetzung Rohs zu entscheiden.

Zur Wahl stehen 299 Mandate, 26 mehr als in der bisher 273 Sitze zählenden Nationalversammlung. Um die Mandate bewerben sich nach Angaben der staatlichen Wahlkommission vom Freitag 1175 Kandidaten.

Die Uri-Partei war in dem Parlament bisher mit lediglich 49 Abgeordneten, die konservative oppositionelle Große Nationalpartei (GNP) zuletzt mit 137 Sitzen und die frühere regierende Demokratische Millenniumspartei (MDP) mit 61 Sitzen vertreten. (APA/dpa)

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    Wahlplakate in Südkorea: Rechts ist der Kandidat der Uri-Party, Chung Dong-young, zu sehen, links die Kandidatin der größten Oppositionspartei, Park Geun-hye. Geun-hye ist die Tochter des ermordeten Ex-Präsidenten daughter Park Chung-hee.

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