Weinpreise im Handel fallen

9. April 2004, 15:44
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Die Handelskette Wein & Co sagt jetzt den Supermärkten und ihren stetig wachsenden Flaschenregalen den Kampf an

Wien - Für ihn beziehungsweise für die Deckungsbeiträge pro Flasche sei dies "sicher ein Aderlass, aber wir werden um so viel mehr verkaufen, dass es sich rechnet". Heinz Kammerer, Chef der Handels-und Gastronomiekette Wein & Co, startete am 1. April eine neue Preispolitik für die Produkte von 70 heimischen Winzern - "in Absprache mit diesen, nicht dass da wieder wer schreibt, ich setz' die Weinbauern unter Druck".

Konkret will Kammerer die Preise für österreichische Weine fix an den Ab-Hof-Preis, den der Winzer verlangt, anbinden - und zwar in einem Abstand "zwischen acht und neun Prozent". Über das Sortiment gesehen soll es eine durchschnittliche Preissenkung von 15 Prozent geben. Begründet wird der Schritt durch einen verschärften Wettbewerb. Vor allem die Supermarktriesen Billa/Merkur und Spar haben in den vergangenen Jahren die Weinregale um einiges verlängert. Außerdem kommen verstärkt preisgünstige Weine aus der neuen Welt, aber auch aus klassischen Regionen Europas nach Österreich.

Expansion in den Osten

Wein & Co macht indessen die angekündigte Expansion in den Osten wahr. In Prag und in Budapest eröffnen im September gleichzeitig große Flagshipstores in Toplagen, in jedem der Länder sollen in drei Jahren insgesamt fünf Filialen existieren. Danach sollen Slowenien, die Slowakei und das Wodka-Land Polen erschlossen werden (Kammerer: "Pro-Kopf-Verbrauch drei Liter Wein pro Jahr, sechs Liter Wodka"). Finanziert werde zumindest der erste Schritt der Expansion über Eigenmittel aus der Stiftung, die Eigentümerin von Wein & Co ist, so Firmengründer Kammerer (der jetzt übrigens einen Kogeschäftsführer geholt hat, um sich sukzessive aus dem operativen Geschäft zurückziehen zu können, siehe Bild).

In Österreich hat Wein & Co derzeit 13 Filialen, im September entsteht eine neue vis-à-vis der Universität Wien. Außerdem pachtete Wein & Co für zehn Jahre den Sommerbetrieb im Garten der Wiener Secession (ab 8. Mai geöffnet).(Leo Szemeliker, Der Standard, Printausgabe, 02.04.2004)

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    Der Wein & Co-Chef Kammerer will die Preise für österreichische Weine fix an den Ab-Hof-Preis, den der Winzer verlangt, anbinden - und zwar in einem Abstand "zwischen acht und neun Prozent".

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