ORF sucht "Mystery"-Nachwuchsfilmer

8. April 2004, 13:48
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3,2 Millionen Euro für acht 45-minütige Fernsehfilme sind bereit gestellt, "Hauptabend- Tauglichkeit" ist Bedingung

Wien - Mit einer neuen Filmförderungskooperation wollen der ORF und das Österreichische Filminstitut (ÖFI) Nachwuchsregisseure, Autoren und Filmproduzenten fördern sowie neue Talente für den ORF finden; am Donnerstag fiel offiziell der Startschuss für das Projekt "8x45".

Unterstützt werden mit insgesamt 3,2 Mio. Euro acht 45-minütige Fernsehfilme aus dem "Mystery"-Genre für eine junge Zielgruppe, die von Nachwuchsregisseuren realisiert werden und im ORF 1-Hauptabend zu sehen sein sollen - voraussichtlich zum Jahreswechsel 2005/2006, skizzierte Heinrich Mis, Leiter der ORF-Fernsehfilmabteilung, den Zeitplan. Damit die "Hauptabendtauglichkeit" gewährt ist, werden die Produktionen von ORF-Redakteuren begleitet "wie bei jedem anderen Fernsehfilm üblich", betonte Mis. ORF-Programmdirektor Reinhard Scolik erhofft sich, mit "8x45" "Menschen, die noch wenig für das Fernsehen gemacht haben" anzusprechen und zugleich Filmemacher zu entdecken, "mit denen wir weiterarbeiten können".

Warum das Genre "Mystery" gewählt wurde: Zum einen erwartet sich Scolik dadurch Stoffe, die gut zum Sendeplatz und zur Zielgruppe zwölf bis 49 passen. Schedl hat zum anderen beobachtet, dass bei Stoff- und Drehbuchwettbewerben das Genre immer wieder auftaucht.

Genaueres findet sich unter www.filminstitut.at. Auszug: "Spannung, Suspense & Erotik sind absolut erwünscht. Ebenso erwünscht sind Geschichten, die ihre geheimnisvollen Botschaften mit existierenden mystischen & mythischen Orten, Legenden, Bräuchen, Sagen, Dramen & Tragödien aus Österreich verbinden."

Exposés bis 1. Juni

Die Förderkonstruktion im Detail: ORF und ÖFI stellen je 1,6 Mio. Euro bzw. je 200.000 Euro pro Produktion zur Verfügung. Jeder Film hat somit einschließlich des Produzentenanteils ein Maximalbudget von 420.000 Euro. Auch Landesförderungen können lukriert werden. Wesentliches Förderungskriterium: Bei der Produktion muss es sich um den "ersten oder maximal zweiten Film" eines Regisseurs handeln. Weitere Voraussetzung: Der Produzent sollte bereits Erfahrung in der Nachwuchsarbeit haben.

Das Projekt wurde am Mittwochabend bereits den heimischen Produzenten präsentiert und sei auf großes Interesse gestoßen, berichteten Schedl und Scolik. Bis 1. Juni können die Produktionsfirmen nun Exposés einreichen. Zwölf werden ausgewählt, der ORF finanziert mit je 1.500 Euro die Stoffentwicklung. Bis zum Herbst sollen dann die Treatments vorliegen, aus denen die acht Projekte ausgewählt werden. Wer hier nicht zum Zug kommt, konnte immerhin eine Stoffentwicklungsförderung in Anspruch nehmen, die Rechte verbleiben beim Urheber, betonte Schedl. Die Rechte der realisierten Produktionen erwirbt der ORF mit seinem Finanzierungsbeitrag - allerdings nur für Österreich und Südtirol. Alle übrigen Rechte verbleiben beim Produzenten. (APA/red)

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