Gebündelte Genanalyse für Innsbruck

7. April 2004, 12:54
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Eine "Gene Discovery Core Facility" für die medizinische Forschung

Innsbruck - Eine zentrale Einrichtung für Genanalyse wird innerhalb der nächsten Monate an der Medizinischen Universität Innsbruck aufgebaut werden. Mit der "Gene Discovery Core Facility" soll ein für alle Forscher der Universität zugängliches Zentrum für Expressions-Profilerstellung, Genotypisierung und Bioinformatik geschaffen werden, hieß es am Donnerstag.

Eine moderne medizinische Forschung sei ohne diese Verfahren in Verbindung mit einer effizienten Bioinformatik nicht mehr vorstellbar, hieß es einer Aussendung. Eine besonders zukunftsträchtige Technologie auf dem Gebiet der Genanalyse sei die Microarrayanalytik, in der die Gene auf einen Chip als Trägermedium aufgebracht werden. Sie dient einerseits der Expressions-Profilerstellung, also der kompletten Analyse des "Transkriptoms". Dieses zeigt an, wie viele Gene in einer bestimmten Zelle tatsächlich Verwendung finden. Andererseits gestattet die Microarrayanalytik eine Genotypisierung, in der genetische Unterschiede beschrieben werden können. Damit lassen sich Aussagen darüber treffen, ob bei untersuchten Patienten Prädispositionen für bestimmte Erkrankungen vorliegen oder gewisse Therapien ansprechen werden.

Bündelung

An der Medizinischen Universität Innsbruck befassen sich zahlreiche Forschergruppen, besonders im Bereich der Universitätsschwerpunkte Onkologie, Neurowissenschaften, Kardiovaskuläre Erkrankungen und Genetische Erkrankungen seit Jahren mit Gentechnologie und Funktioneller Genomik. Die Forschungsaktivitäten seien bisher durch das Fehlen entsprechend moderner Einrichtungen allerdings beeinträchtigt gewesen.

In der gesamtuniversitären "Gene Discovery Core Facility" sollen nun die Aktivitäten gebündelt und die knappen Forschungsressourcen gemeinsam genutzt werden. Kostspielige Geräte sollen allen Forschern der Universität gleichermaßen zur Verfügung stehen. Nach Maßgabe der Möglichkeiten sollen auch Wissenschaftler anderer Universitäten oder aus dem industriellen Bereich das angebotene Service nutzen können. Als ersten Schritt sei vorgesehen, die bestehenden Expressionprofiling-, Genotypisierungs- und Bioinformatikeinheiten zu verstärken und in einem weiteren Schritt zu einer virtuellen "Core Facility" mit verschiedenen Standorten zusammenzufassen. In spätestens drei Jahren soll diese "virtuelle Einrichtung" räumlich zusammengeführt werden.

An der Finanzierung des Projekts sind das Wissenschaftsministerium mit Mitteln des jüngsten Uni-Infrastrukturprogramms (896.000 Euro), die Medizinische Universität und das Tiroler Krebsforschungsinstitut beteiligt. Die laufenden Kosten sollen von den Nutzern der Einrichtungen getragen werden. (APA)

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