Tankerunglück: Total-Konzern bestreitet jede Mitverantwortung für Ölpest

2. April 2004, 22:28
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150.000 Vögel starben, 400 Kilometer Strände an der Bretonischen Küste wurden durch das vor vier Jahren gesunkene Wrack verseucht

Paris - Der Ölkonzern Total bestreitet jede Mitverantwortung für die Ölpest, die im Dezember 1999 durch das Sinken des Tankers "Erika" vor der bretonischen Küste ausgelöst wurde. "Wir werden einen Antrag auf Einstellung des Verfahrens stellen, weil Total den Tanker gechartert hatte und nicht sein Eigentümer war", sagte der von Total beauftragte Anwalt Daniel Soulez-Larivière dem Pariser "Figaro".

ermittlungen nach vier Jahren abgeschlossen

Die Ermittlungen zur Verantwortung für das Unglück wurden am Mittwoch abgeschlossen. Die Pariser Justizbehörden schickten insgesamt 19 mutmaßlichen Verantwortlichen Bescheide zu, wonach sie in dem für 2005 erwarteten Prozess mit einer Anklage rechnen müssen.

Unter den mutmaßlichen Verantwortlichen, die eine Frist von 20 Tagen für eine erste Stellungnahme haben, befinden sich auch der indische Kapitän des Tankers, der italienische Eigner Giuseppe Savarese, die italienische Wartungsgesellschaft Panship und die ebenfalls italienische Überwachungsgesellschaft Rina.

Nach dem Sinken der "Erika" liefen seit dem 24. Dezember 1999 rund 30.000 Tonnen Schweröl aus dem Wrack aus. Insgesamt wurden 400 Kilometer Küste verseucht. An die 150.000 Vögel starben durch die Ölpest. (APA)

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    Unterwasserbild des gesunkenen Tankers "Erika"

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    Rund 30.000 Tonnen Schweröl sind aus dem Wrack des Tankers ausgelaufen

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