Kinder haben vor allem Angst vor Kriegen

13. April 2004, 14:22
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Die Schule ist für die Meisten nicht furchteinflössend, schlechte Noten dafür umso mehr

Aus einer Studie des Marktforschungsinstitut FESSEL-GfK im Auftrag der mobilkom austria geht hervor, daß rund jeder vierte der 6- bis 14-Jährigen sehr große Angst vor Kriegen hat. Danach folgen die Ängste vor Drogen (18 %), Angst um die Gesundheit (16 %) und um die Umwelt (15 %). Probleme innerhalb der Familie machen 14 % der Kinder große Angst. Nur 3% der Kinder fürchten sich vor der Schule, aber der große Leistungsdruck, unter dem Jugendliche stehen, macht sich trotzdem bemerkbar: Mehr als die Hälte der Kinder hat Angst vor schlechten Noten.

Ängste bewältigen

Kinderpsychiater Max Friedrich bestätigt die Normalität der Kinderängste: "Die kindliche Angst ist ein ständiger Begleiter in der Entwicklung. Die lebensaltertypischen - z.B. das Fremdeln im achten Monat oder die Reifungsängste während der Pubertät - durchleben alle Kinder. Daneben können häufig untypische Ängste auftreten, wie Leistungs- und Prüfungsangst oder bestimmte Lebensängste z.B. Höhenangst. Manche dieser Ängste entstehen, weil lebensaltertypische Ängste in der Vergangenheit nicht bewältigt wurden."

Auch wenn viele Ängste in der Entwicklung eines Kindes normal sind, dürfen sie trotzdem nicht übergegangen werden. Für das Kind ist diese normale Angst - etwa ein Streit mit einer Freundin oder einem Freund - ein großes Problem, das ernst genommen werden muss. Nicht bewältigte Ängste können zu psychosomatischen Folgen wie Kopfweh oder Schlafstörungen führen.

Professionelle Hilfe

Immer mehr Kinder suchen bei ihren Ängsten und Problemen professionelle Hilfe - wie bei "147 Rat auf Draht", der österreichweiten Telefonhilfe für Kinder und Jugendliche. Täglich besprechen rund 600 Kinder ihre Sorgen mit den psychologisch geschulten BeraterInnen. "Vor allem seit der 24-Stunden Erreichbarkeit und des Handy-Booms hat sich die Anzahl der Anrufe um ein Vielfaches erhöht. Rund 93 % aller Anrufe kommen über das Handy zu uns", so Michaela Cirka, Leiterin der Telefonhilfe. Die Probleme bzw. Ängste der Kinder, die bei "147 Rat auf Draht" anrufen, betreffen hauptsächlich sehr persönliche Probleme, Fragen zur Sexualität, sowie Probleme in der Familie und in der Schule. (az)

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