Die Rettung für AS Roma

3. April 2004, 11:44
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Finanzspritze bewahrt den Traditionsklub vor der Pleite und ermöglicht die Teilnahme am Europacup - Sanktionen wegen der schweren Krawalle verschärft

Rom - Eine Finanzspitze der italienischen Bank Capitalia rettet AS Roma vor der Pleite und sichert dem italienischen Fußball-Erstligisten die Lizenz für die Champions League. Durch das Engagement der römischen Bank kann der Tabellenzweite der Serie A seinen Sanierungskurs fortführen. Präsident Franco Sensi bürgt mit einem Teil seines Privatvermögens für den mit rund 300 Millionen Euro hoch verschuldeten Verein.

Capitalia erließ Roma eine Kreditschuld in Höhe von 35 Millionen Euro und erhielt dafür im Gegenzug 49 Prozent der Aktien von Sensis Ölfirma Italpetroli. Außerdem könne Sensis Finanzholding Roma 2000 dank der Banken-Intervention rund 75 Millionen Euro Schulden für die Römer begleichen, berichtete die "La Gazzetta dello Sport" am Donnerstag.

Gute Stimmung in Rom

Die vorläufige Rettung des Traditionsklubs löste in Rom Jubel aus. "Ich hatte nie Zweifel, dass Präsident Sensi alles in Ordnung bringen wird", sagte Kapitän Francesco Totti. Roms Bürgermeister Walter Veltroni lobte das persönliche Engagement von Sensi. "Die Unsicherheit ist überwunden, dank Sensi und Capitalia. Ich danke beiden."

Nach der Finanzspritze von Capitalia konnte Roma am Mittwoch fristgerecht die geprüfte Bilanz der vergangenen Saison und die Lizenz-Unterlagen für den italienischen und europäischen Fußballverband vorlegen. "Wir spielen auch in der nächsten Saison im Europacup", erklärte Romas Vorstandsmitglied Rosella Sensi am Donnerstag. Zuvor war der hoch verschuldete Verein noch kurz vor der Pleite gestanden.

Schlechte Stimmung in Rom

Der guten Nachricht folgte wenige Stunden später eine weniger erfreuliche. Die Berufungskommission des italienischen Fußballverbandes (FIGC) hat am Donnerstag die Sanktion gegen AS Roma wegen der schweren Krawalle während des Stadtderbys gegen Lazio verschärft. Roma wurde mit einer Sperre des Olympiastadions für zwei Heimspiele bestraft, außerdem muss der Klub 10.000 Euro zahlen. Die Disziplinarkommission hatte ursprünglich eine Sperre für ein Spiel ausgesprochen. Die Geldstrafe von 51.000 Euro für Lazio blieb aufrecht.

AS Roma hatte Einspruch eingelegt und behauptet, der Klub könne für die Krawalle und den Abbruch des Spiels beim Stand vom 0:0 nicht verantwortlich gemacht werden. "Das Benehmen der Fans von AS Roma war unbestreitbar gewalttätig, bedrohlich und für die Sicherheit der Polizeikräfte gefährlich, wie die hohe Anzahl der Verletzten unter den Polizisten bewiesen hat", begründete hingegen die Disziplinarkommission ihr Urteil.

(APA/dpa)

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