Philips schließt Beamerproduktion in Wien

7. April 2004, 14:37
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120 Mitarbeiter in Wien betroffen - Konzernweit werden 270 Mitarbeiter in Wien, Eindhoven und regionalen Vertriebseinheiten abgebaut

Wien - Der niederländische Elektrokonzern Philips steigt im 3. Quartal dieses Jahres aus dem Geschäft mit Frontprojektoren (Beamern) aus. Von der Schließung dieses Geschäftsfelds sind Bereiche im niederländischen Eindhoven und in Wien sowie regionale Vertriebseinheiten betroffen.

Für den Standort Wien bedeute diese Entscheidung die Beendigung der Projektoren-produktion und das Aus von 120 Jobs. Ein "New Placement"-Programm, eine Art Jobbörse, soll den betroffe- nen Mitarbeiter helfen, neue Arbeitsplätze zu finden. Insgesamt sind von der Bereichsschließung konzernweit 270 Mitarbeiter betroffen. In Wien arbeiten derzeit 1550 Leute.

Display-Technologie

Philips will seine Ressourcen künftig auf Display-Technologien konzentrieren, in denen der Konzern eine führende Position hat. Dazu zählen LCD (Liquid Crystal Display), Plasma und LCOS (Liquid Crystal on Silicon). Für LCOS-Lichtmaschinen liegt das Philips-Kompetenzzentrum in Wien.

Bei Frontprojektoren habe Philips nur einen geringen Marktanteil gehabt, wohingegen Konzernstrategie sei, in allen Sparten weltweit unter den Top drei zu rangieren, erklärte Philips-Österreich-Sprecherin Beate McGuinn. Außerdem halte Philips in diesem Bereich keine Schlüsseltechnologien.

Rückzug aus Österreich

Philips hatte in den vergangenen Jahren mehrere Geschäftsbereiche aus Österreich abgezogen. 2002 wurde das Werk für die Herstellung von Videolaufwerken in Wien geschlossen, 1200 Mitarbeiter waren damals betroffen. Im selben Jahr wurde dann das Bildröhrenwerk im steirischen Lebring eingestellt, die Schließung betraf 750 Mitarbeiter. Bereits damals gab es das "New Placement"-Programm als Unterstützung der betroffenen Mitarbeiter. (DER STANDARD Printausgabe, 1.4.2004, ruz, APA)

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    Kündigt einen Rückzug aus der Projektoren­herstellung an: Philips-CEO Gerald Kleiserlee

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