Aufruf des britischen Moslem-Rats zum Anti-Terror-Kampf stößt auf Kritik

2. April 2004, 15:36
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Extremisten-Führer Bakri warnt vor Zusammenarbeit mit britischen Behörden - Blair begrüßt Appell zur Wachsamkeit

London - In Aufruf der zentralen moslemischen Gemeinschaft in Großbritannien zum gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus ist am Donnerstag auf ein geteiltes Echo gestoßen. Premierminister Tony Blair begrüßte den Appell an die rund zwei Millionen Mosleme in Großbritannien. Dagegen sagte Scheich Omar Bakri Mohammed, Anführer einer extremistisch-moslemischen Gruppe in London, eine "Zusammenarbeit mit den Behörden gegen die Interessen anderer Moslems" komme einer Abkehrung vom Islam gleich. Zugleich warf er den britischen Behörden in einem BBC-Interview eine "Verteufelung" der Moslems vor.

Aufruf des Moslemrats von Mittwoch

Der zentrale Rat der Moslems hatte am Mittwoch in Briefen an die 1000 Moscheen des Landes zur Zusammenarbeit gegen den Terrorismus aufgerufen und appelliert, das Vereinigte Königreich durch "höchste Wachsamkeit" zu schützen. Der Islam verbiete "kategorisch Gewalt und die Ermordung von Unschuldigen", hieß es darin.

Bürgerrechtsanwältin warnt vor der Verbreitung von "Hass" gegenüber Moslems

Die Bürgerrechtsanwältin Gareth Peirce, die mehrere unter Terrorverdacht festgenommene islamische Häftlinge vertritt, warnte am Donnerstag vor einem "düsteren Zeitalter der Ungerechtigkeit". Gegenüber Moslems würde in Großbritannien "Hass" verbreitet, sagte sie. In einer Rede am Mittwochabend hatte der Londoner Polizeichef, Sir John Stevens, die moslemische Bevölkerung aufgefordert, im Kampf gegen den Terrorismus zusammenzustehen. "Verdächtiges" solle der Polizei gemeldet werden. Dasselbe gelte aber auch für Übergriffe gegen Mitglieder der moslemischen Gemeinschaft, sagte Stevens. (APA/dpa)

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