US-Politiker wettern gegen EU-Entscheidung

8. April 2004, 13:39
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Die Strafe gegen Microsoft führt zu offenen Briefen und ebensolchen Drohungen

Die Rekordstrafe der EU gegen den US-amerikanischen Softwarekonzern Microsoft (der WebStandard berichtete) findet nun auch auf politischer Ebene eine Fortsetzung. Laut einer Meldung der Washington Post hat sich Microsoft an US-Regierungsmitglieder gewandt und um Hilfe ersucht.

Offene Briefe und Handelskriege

Die Lobbymaschinerie dürfte erfolgreich am laufen sein, denn die Zahl der Kritiker an den EU-Sanktionen wächst. Zwar haben schon einige Politiker vor der Intervention des Softwarekonzerns gegen die EU-Strafe gewettert, doch dürften die kritischen Stimmen stark ansteigen. In einem offenen Brief an EU-Komissar Mario Monti drückten einige Mitglieder des Abgeordnetenhauses bereits ihren Unmut über die Entscheidung aus. Bereits kurz nach der Urteilsverkündigung bezeichnete der republikanische Mehrheitsführer im US-Senat Bill Frist die Entscheidung als einen "ersten Schuss" in einem neuen Handelskrieg.

Nicht schaden, der Konkurrenz nutzen

Das US-Justizministerium hat ebenfalls schon sein Unverständnis geäußert. Im Gegensatz zu der EU-Entscheidung wollte man in den USA nicht Microsoft schaden, sondern der Konkurrenz nutzen, so eine Stellungnahme. Die Anordnung den Media Player aus dem Windows-Paket zu entfernen, sei ein zu tiefer Einschnitt der EU. Laut Washington Post dürfte sihc nun auch das Außenministerium mit dem Fall Microsoft beschäftigen – zwar gibt es noch keine offizielle Stellungnahme, doch melden Insider eine wachsende Besorgnis in der Behörde. (red)

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