Stammbaum des Menschen ausgestellt

7. April 2004, 13:01
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Anthropologisches Museum von Paris präsentiert erstmals alle Menschen-Urahnen aus China

Paris - Im Anthropologischen Museum von Paris ("Musee de l'homme") werden seit Mittwoch erstmals alle Menschen-Urahnen aus China einschließlich des berühmten Pekingmenschen vorgeführt. Zu den spektakulärsten Exponaten zählen zwei Schädel von Menschen, die vor 800.000 Jahren rund tausend Kilometer südlich von Peking gelebt haben. Die in Yunxian gefunden Schädel waren stark beschädigt, wurden aber inzwischen mit Hilfe von Scannern und Polyamid-Strukturen rekonstruiert. Außerdem zeigt die Ausstellung, dass die Pekingmenschen (Sinanthropus) offenbar bereits 200.000 Jahre vor ihren europäischen Artgenossen erste Werkzeuge nutzten.

Die ersten Fossilien des Pekingmenschen wurden seit 1926 am "Drachenknochenberg" in Zhoukoudian, etwa 40 Kilometer südlich von Peking, gefunden. Seither bildet der Pekingmensch eines der wichtigsten Glieder in der Gruppe des so genannten Homo erectus, der sich durch seinen aufrechten Gang von seinen Ahnen unterscheidet. Die Rekonstruktion der Yunxian-Schädel erfolgte nach ausführlichen Vergleichen mit einem runden Dutzend anderer Fossilien.

Mit der Ausstellung in Paris, die bis zum 3. Jänner kommenden Jahres geöffnet bleibt, werden Vergleiche zu ähnlich gearteten aufrecht gehenden Ahnen der modernen Menschen aus Afrika und Eurasien möglich. Nach Ansicht der Forscher weist der Pekingmensch dabei Besonderheiten auf. "Ein vollständiges Skelett aus Jinniushan, dessen genaues Alter noch nicht feststeht, das aber mindestens 200.000 Jahre alt ist, zeigt, dass diese Menschen ihre Verstorbenen beerdigten", sagte der französische Anthropologe Henry de Lumley. "Die ältesten Grabstätten in Europa und im Nahen Osten sind nur 100.000 Jahre alt." (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der Schädel eines Pekingmenschen

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